Forschungsprojekt HINTS

Überblick


Fremdsprachenkenntnisse werden im vereinten Europa immer wichtiger. Der EU-Bürger kann erst dann von den Vorteilen der völligen Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit profitieren, wenn er über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt.

Um den damit verbundenen steigenden Bedarf an Fremdsprachenunterricht zu decken, bietet sich die Nutzung des Computers in der Ausbildung an. Auf dem Forschungs- und Anwendungsgebiet Computer Aided Language Learning (=CALL) existiert bereits eine Vielzahl von Fremdsprachentutoren, die jedoch die Erwartungen der Benutzer nicht in vollem Maße erfüllen können. Die gegenwärtig eingesetzten Fremdsprachentutoren basieren lernpsychologisch auf der Theorie des Behaviorismus. Aus diesen Grund ist eine nur unzureichende Fehleranalyse möglich, und das System kann insgesamt nicht angemessen auf das Benutzerverhalten reagieren. Zudem verfügen solche Systeme meistens über unkomfortable Benutzeroberflächen.

In den letzten Jahren wurden Theorien des Fremdsprachenlernens entwickelt, die das Ziel haben, die dabei ablaufenden kognitiven Prozesse zu modellieren. Solche Theorien gehen davon aus, daß der Lerner unbewußt immer wieder neue Hypothesen über die Fremdsprache bildet und diese testet. Bei der Hypothesenbildung geht der Lerner von seiner Erstsprache bzw. von schon erworbenen Fremdsprachen aus, was zu Fehlleistungen in der Fremdsprache (negativer Transfer) führen kann.

Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse müßte ein intelligenter Fremdsprachentutor folgende Eigenschaften besitzen:

Ziel des Projektes HINTS ist die Planung und Implementierung eines intelligenten Fremdsprachenlernsystems mit einer Hypermediaoberfläche (geplant ist: Erstsprache Deutsch, Fremdsprache Englisch). Das System soll dazu über folgende Wissensarten verfügen:

Dieses Wissen soll mit Hilfe von KI-Methoden in dem intelligenten tutoriellen System (=ITS) repräsentiert werden. Die Hypermediaschnittstelle soll dem Benutzer einen Zugriff auf (interaktive) Videos, Texte, Grafiken und Audiosequenzen ermöglichen.


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Prof. Dr. Thomas King,
Projekt HINTS: hints@informatik.uni-koblenz.de

Letzte Änderung: 10. März 1995