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Das Graphenlabor (kurz auch GraLab) wurde mit dem Ziel entwickelt,
für die Entwicklung von Anwendungsprogrammen einen abstrakten
Datentyp Graph mit einer möglichst leistungsfähigen
Schnittstelle zur Verfügung zu stellen. Insbesondere werden folgende
Anforderungen erfüllt:
- Knoten und Kanten sind eigenständige, identifizierbare Objekte.
- Mehrfachkanten, d.h. mehrere Kanten zwischen denselben
Knoten, sind möglich.
- Die Kanten sind gerichtet.
- Der einem gerichteten Graphen zugrunde liegende ungerichtete
Graph steht unmittelbar zur Verfügung.
- Der Graph kann dynamisch verändert werden, d.h. während der
Laufzeit der Anwendung können Knoten und Kanten eingefügt und
gelöscht werden.
- Die Kanten, die mit einem Knoten in Berührung stehen, sind in
einer vom Programm veränderbaren Reihenfolge angeordnet.
- Alle Knoten , alle Kanten und alle mit einem Knoten inzidenten
Kanten können leicht traversiert werden.
- Zur Unterscheidung von Knoten- bzw. Kantenklassen können die
Knoten bzw. Kanten typisiert werden.
- Die verwendeten Typen können in einer Subtyp-Relation stehen.
- Die Knoten und Kanten können mit Werten versehen
(attributiert ) werden. Das dabei verwendete
Attributierungsschema ist vom Typ des jeweiligen Knotens oder der
Kante abhängig.
- Die Attributwerte können aus global verfügbaren Wertebereichen
gebildet werden. Strukturierte Wertebereiche können mittels
Konstruktoren aus Basiswertebereichen gebildet werden.
- Knoten und Kanten können für Algorithmen kurzfristig mit
Kontrollinformationen markiert werden. Diese temporäre
Attributierung ist unabhängig von den typabhängigen
Attributierungsschemata.
- Änderungen am Graphen können in einem Undo -Mechanismus
protokolliert und wieder rückgängig gemacht werden.
Die vom Graphenlabor verwalteten Graphen sind i.allg. dynamische,
gerichtete, angeordnete, typisierte und attributierte Graphen. Sie
werden in der Literatur als TGraphen
(EBERT and FRANZKE, 1995) bezeichnet.
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Friedbert Widmann
7/20/2003