Baumstruktur - fraktale Struktur (Modellbildung & Simulation)
Entwicklung eines Wachstumsmodells für die fraktale Baumstruktur
© Hansjörg Groenert 1998


1. Beschreibung des Modellzweckes:
Wir wollen ein einfaches Modell entwickeln, das die Entstehung der
Gestalt (Struktur) eine Baumes zeigt und sich mit dem Computer simulieren
läßt. Dieses Modell soll die Anleitungen (Gene) für die
Embryonalentwicklung, bzw. das Wachstum eines Baumes von der befruchteten
Eizelle bis zur erkennbaren Gestalt enthalten und schließlich das
Wachstum darstellen.
2. Strukturanalyse des Systems "Baum"und
Erarbeitung des Wortmodells:
Ein Baum besteht aus einem Stamm, der sich an einem Punkt in Äste
teilt. Jeder Ast verzweigt sich wieder an einem Punkt in Zweige. Die entstehenden
Zweige bilden wieder kürzere Zweige, die sich wiederum an einem Punkt
verzweigen . Das gleiche Verzweigungsprinzip wird an jedem entstandenen
Zweig immer wieder neu angewandt. Ausschnitte aus der Baumstruktur gleichen
sich immer wieder: ein Ast ähnelt dem ganzen Baum, ein Zweig dem Ast,
die Veräderung im Blatt dem Zweig. Diesen, in den Teilen selbstähnlichen
Aufbau, nennen wir fraktal.
3. Festlegung der Systemelemente und der Wirkungsstruktur
Länge (von Stamm, Ast, Zweig,...) - Anzahl der Verzweigungen
- Verzweigungswinkel - Anzahl der Wiederholungen dieses
Wachstumsprozesses. Die Wiederholung nennen wir Rekursion, die
Anzahl der Wiederholungen die Rekursionstiefe. Wir wollen das Modell für
eine binäre Verzweigung konstruieren!
4. Entwicklung des Simulationsprogramms mit einer kurzen Einführung
in LOGO
Wir benutzen ein einfaches Graphikprogramm, das einen Zeichenstift (Igel oder Schildkröte <Turtle>) nach Befehlen, die den Genen entsprechen sollen, bewegt. Diese Anforderungen erfüllt in idealer Weise die prozedurale Computersprache LOGO, für die es für alle Computertypen und Betriebssysteme preisgünstige Programme gibt:

Der Verhältnisfaktor (0,681), der den Zuwachs dynamisch
verändert, wurde so gewählt, daß er dem reziproken Wert
des Goldenen Schnitts entspricht.
5. Gültigkeitsprüfung unseres Modells auf dem Computer:
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LAENGE : 40
REKURSIONSTIEFE: 4 WINKELLINKS: 90 WINKELRECHTS: 45 |
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LAENGE : 40
REKURSIONSTIEFE: 7 WINKELLINKS: 90 WINKELRECHTS: 45 |
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LAENGE : 40
REKURSIONSTIEFE: 10 WINKELLINKS: 90 WINKELRECHTS: 45 |
6. Weitere Anwendungen des Modells
Wir verändern die "Gene" (Parameter): Winkel, Länge
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7. Wir diskutieren die Wirkung der Umwelteinflüsse und Gene in
Bezug auf das Wachstum eines Baumes.
Literatur:
Richard Dawkins: Der blinde Uhrmacher - ein neues Plädoyer für
den Darwinismus, dtv-Sachbuch 11261, München, 1990
Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de