Der Ginkgobaum

Anonymus, Biokurs Klasse 11 im BCG

Entdecker des Ginkgobaumes: Engelbert Kaempfer (1651-1716)
























Die allerersten Ginkgoblattfunde sind aus der Rotliegendzeit und der Kupferschieferteit bekannt. Der damalige Ur-Ginkgobaum (Sphenobaiera digitata)








hatte eine erstaunliche Variabilität der Blattes,welche wir heute jedoch nicht mehr kennen.
Jedoch gab es auch zahlreiche Parallelentwickelungen zum Ur-Ginkgo.Wie zum Beispiel die Trichopitys-Pflanze (Permzeit). Diese Pflanze ist durch Blätter und Achsen mit Samenanlagen bekannt. Die Samenanlagen standen nicht aufrecht (atrop) wie beim heutigen Ginkgobaum, sondern waren nach unten gerichtet(anatrop).
1965 fand man in Südamerika eine Unterkreidezeitliche Ginkgoites (Ginkgo tigrensis), welche auch anatrop gestellte Samenanlagen besass. Da man über 100 Gattungen (wesentlich mehr als heute) gefunden hatte, kam die Frage, ob die gefundenen Gattungen mit unserem heutigen Ginkgo biloba überhaupt vergleichbar sind.
Bis 1989 blieb die Frage offen, wann die heutige Ginkgoart enstanden sei. Aus dem Tertiär sind Ginkgoblattfunde bekannt, sogar im Pliozän. Kurz vor der Eiszeit war der Ginkgo in Europa zum letzten Mal vertreten. Die Hauptmasse hatte sich seit der Kreidezeit nach Ostasien zurückgezogen. Dort überstand unsere heutige Ginkgoart den pleistotänen Vereisungszeiten. Da es in China in der Jurazeit rote Böden und Salzbildung gab, ist es unwahrscheinlich, die Herkunft der Ginkgogewächse in China anzusetzten Es gab jedoch auch dort Gebiete, in denen es zu Torfbildungen kam.
Dort fanden 1989 zwei Professoren Ginkgostiele mit drei atrop stehenden Samenanlagen. Sie benannten die erste Ginkgoart der mittleren Jurazeit Ginkgo yimaensis.

Japanische Forscher machten klar, dass heute noch etwas von den alten Fähigkeiten vorhanden ist, zum Beispiel das Ausbilden von Samenanlagen am Gabelwendel. Üblicherweise werden von dem heutigen Ginkgo nicht nur zwei Samenanlagen ausgebildet, von denen nur eine die Möglichkeit besitzt, reif zu werden. Es sind normalerweise 4 bis 5 Samenanlagen. Ob der Ginkgo den Endpunkt seiner Entwickelung erreicht hat, oder ob das neue Anpflanzen von Ginkgobaumen dazu beisteuert, neue Ginkgoarten enstehen zu lassen, welche vielleicht wieder in der Lage sind, eigenstänlich grosse Gebiete zu besiedeln, lässt sich nicht sagen.

Der Ginkgo ( ya chio,yin hsing,Goethe-Baum) bringt besondere Leistungen. Er überlebt Feuer,sogar radioaktive Strahlung (Atombombe zweiter Weltkrieg), wehrt sich besonders gegen pflanzliche und tierische Schaderreger.
Sogar ein einzelner Baum kann über tausend Jahre alt werden. Zudem besitzt der Ginkgobaum heilende Kräfte. Nun stellen sich die Fragen nach der Ursache der ungewöhnliche Quälitäten und nach den Merkmalen (Eigenschaften) der Holzes. Der Ginkgo biloba ist ein sommergrüner Baum mit Lang-und Kurztrieben, der bis zu 30 Meter Höhe erreichen kann. Die männliche Form des Ginkgo ist meist eine schlanke Säulenform, bei der weiblichen Form überwiegt eine ausladende Kronenform. Zudem erweisen sich die abgerundeten, mit hell oder rotbraunen Schuppen versehenen Blattkospen männlicher Bäume als dicker und länger. Wichtig ist der Vergleich von den Blattknospen gleicher Sprosse. Die Rinde jüngere Bäume ist graubraun, gegenüber der schmutzig braunen Rinde älterer Bäume.
Die parallelnervigen Fächerblätter stehen an Langtrieben und Schösslingen wechselständig, ansonsten gebüschelt an den Kurztrieben. Die Blätter sind intensiv grün, aber an der Ober-und Unterseite des Blattes kahl und lang bestielt (2 bis9cm). Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend hellgelb.
Der Ginkgo biloba ist eingeschlechtig (es treten entweder nur männliche oder weibliche Blüten auf) und zweihäusig (Diöcie). Hier sieht man einen Ginkgozweig mit weiblichen Blüten. Sehr selten kommt es vor ,dass bei älteren Bäumen sowohl männliche, als auch weibliche Blüten auftreten.
=Einhäusigkeit(Monöcie).
Die ist eine weibliche Blüte








Hier sieht man eine männliche Blüte.








Die Fortpflanzung

Der Ginkgo blüht in Europa und in Amerika im Mai. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Der so auf die Samenanlage tranportierte Pollen wird durch eine spezifisch gestaltete Öffnung (Mikropyle) in eine winzige, mit Flüssigkeit gefüllte Kammer (=Pollenkammer) geschleusst, wo er bis zum auskeimen ruht. Die Befruchtung der Eizelle in diesen nackten Samenanlagen wird mittels beweglichen Spermatozoiden mit einem spiraligen Geisselband vollzogen.
Die Spermatozoiden werden in den auskeimenden Pollenkörnern gebildet und ähneln denen der Palmfarne.
Die Spermazellen des Ginkgo enthalten zahlreiche Plastiden und Golgi-Körper, welche bei den Palmfarnen (Cycardeen) noch nicht nachgewiesen sind. DiePollenkörner des Ginkgo im Rasterelektronenmikroskop betrachtet, variiren in ihrer Grösse von 35 bis 38Ym in der Länge und in der Breite von 17 bis 20ym.
Der Aperturenrand ist wallförmig gestaltet;die Oberflächenstruktur der Keimöffnung wirkt unregelmässig striat, verucat bis rugulat. Die Chromosomenzahl ist mit 8 Chrosomen relativ niedrig.



Oberflächenskulturierung der proximalen Pollenseite.Grösse ca.35ym.














Apertur auf der distalen Pollenseite.ca35ym.













Skulptur der sucaten Apertur ca15ym.








Die Heilkräfte des Ginkgo

Der Ginkgobaum gilt bei uns erst seit kurzer Zeit als Heilmittel. Auch in seiner ostasiatischen Heimat wurde er vielmehr als Lieferant von Nahrungsmitteln verwendet.
Bis heute werden die sogenannten Ginkgonüsse als Delikatesse geschätzt. Es handelt sich dabei um die von den übelriechenden, fleischigen Aussenschichten befreiten Samenanlagen, welche im Herbst reifen und geerntet werden.
Während Ginkgonüsse anderen als Nuss bezeichneten Nahrungsmitteln aufgrund ihrer Schale und des darin enthaltenen essbaren Kerns ähneln, unterscheiden sie sich von ihnen dadurch, dass sie fettarm (3%) sind; sie bestehen haupsachlich aus Stärke (68%) und Eiweiss (13%). Für Ginkgonüsse kennt die chinesische Medizin seit Jahrhunderten Indikationen, insbesondere Husten und Asthma, aber auch Nervosität,Wurmbefall und Pocken.
Die naturwissenschaftliche Medizin konnte die therapeutische Wirkung nicht belegen. Jedoch ergab eine In-vitro-Untersuchung, dass ein Extrakt aus den Samenanlagen das Wachstum von Tuberkelbakterien hemmt.
Der weltweite Triumph des Ginkgo als Arzneipflanze begann nach dem zweiten Weltkrieg. In den 60Jahren stellten Forscher fest, dass der Ginkgoextract durchblutungsfördernde Eigenschaften beitzt.
Seither werden Ginkgo-extracte zur Behandlung körperlicher Leiden eingesetzt: bei Durchblutungsstörrungen, Hirnleistungsstörrungen und bei Durchblutungsstörrungen der Beine.

Die arzneiliche Verwendung von Ginkgoblättern gründet sich auf zwei Stoffgruppen:
Flavonoide und Terpenoide.
Flavonoide sind sehr vielgestaltig und kommen in irgeneienr Form in jeder Pflanze vor, besonders oft sind sie in Arzneipflanzen vorhanden.
In der Regel sind Flavonoide gesundheitsfördernd.
Insgesamt gesehen ist das Ginkgo-extrakt durchblutunsfördernd.
Im einzelnen setzt die Wirkung der Extrakte an folgenden Punkten an:
Sie setzten die freien Radikale außer Gefecht, welche als Auslöser von Gefässerkrankungen bekannt sind. Als Radikalfänger dienen vorrallem die Flavonoide. Sie senken die Aggregation der Erythrozyten (Rote Blutkörperschen). Ginkgo-Spezialextrakte vermindern das Auftreten von Hypoxie (Sauerstoffmangel im Blut), welche bei älteren Personen häufiger auftritt, indem sie den Einergiestoffwechsel längere Zeit aufrechterhalten und die freien Radikale wegfangen. Bei regelmässiger Einnahme des Extractes soll der gefährliche Zustand der Hypoxie seltener eintreten.


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