Lärmschutz durch Bäume

von Kevin Kühn

1. Einleitung
1.1 Was ist Lärm?

Lärm ist jede Art von Schall, der vom Menschen als Störung oder Belästigung empfunden wird.
Der Höreindruck entsteht durch den Schalldruck, den die Schallwellen auf das Trommelfell
ausüben.
Die Meßgrößen für den Schallpegel werden in Dezibel (dB) angegeben.


1.2 Die am häufigsten vorkommenden Lärmquellen

Die heutzutage am meisten auftretenden Lärmquellen sind der Verkehrslärm, der Fluglärm und
der Industrie- und Gewerbelärm.
Am stärksten wird eine Ruhestörung natürlich durch den nicht abbrechenden Verkehrslärm
verursacht.
Die Dauerschallpegel werden im Straßenverkehr durch folgende wesentliche Faktoren
bestimmt:
Emissionswerte aufgrund von Betriebszustand und Geschwindigkeit der Fahrzeuge, sowie
Verkehrsdichte (Fahrzeuge pro Stunde), Lkw-Anteil, Zustand der Straße und angrenzende
Bebauung.


1.3 Lärmschutz und Lärmschutzbauten

Unter Lärmschutz versteht man verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor belästigendem, oder
gesundheitsgefährdendem Lärm.
Mit Lärmbekämpfung ist also die Minderung von Schall, der als Lärm empfunden wird, gemeint.
Es gibt verschiedene Maßnahmen der Lärmverminderung. Ein Beispiel wären verkehrsberuhigte
Zonen in Ballungsräumen. Die wichtigsten und am häufigsten vorkommenden
Lärmschutzmöglichkeiten sind Lärmschutzbauten. Diese Bauten sollen den lärmverursachenden
Schall an seiner Ausbreitung hindern.Die heutzutage vielseitigsten Maßnahmen sind
Lärmschutzwände, Lärmschutzwälle, Lärmschutztunnel und Schallschutzmauern.
Diese Konstruktionen sind meistens an stark befahrenen Straßen, wie Autobahnen, oder an
Industrie- undGewerbegebieten zu finden. Die Schallpegelminderung dieser teuren Bauten liegt
bei ca. 20 - 40 dB.


2. Bäume als Lärmschutz

Neben der Luftverunreinigung stellt heute der Lärm eine der gravierendsten Umweltbelastungen dar. 60 % der Menschen empfinden Lärm, besonders Verkehrslärm, als Qual, die Wohn- und Lebensqualität beträchtlich einschränkt. Der ständige Lärm kann auf Dauer zu seelischen und körperlichen Schäden führen. Anstatt den Lärm nur durch Bauten wie Lärmschutzwände und -wälle zu bekämpfen, muß man heute verstärkt wieder auf die Natur in Form von Grünanlagen zurückgreifen. Zunächst einmal muß gesagt werden, daß die Erwartungen auf eine Lärmminderung durch Bäume und Sträucher nicht zu hoch geschraubt werden dürfen. Um die gleiche Wirkung eines nur zwei Meter hohen Lärmschutzwalles zu erreichen, sind Pflanzbreiten von 25- 30 Metern nötig. Schalldämmende Effekte treten also erst bei Pflanzungen mit großer Bewuchstiefe und -staffelung auf. Einzelne Bäume, Baumreihen oder Hecken dagegen haben praktisch keinerlei Schutzfunktion. Dabei ist jedoch zu betonen, daß schon allein durch Bewuchs als optischer Schutz, z.B. neben einer Autobahn oder Landstraße, das individuelle Lärmempfinden ganz wesentlich gedämpft werden kann. Lärmschutzwände wirken dagegen eher beklemmend und eintönig. Natürlich mindern Bäume auch den Lärmpegel. Doch der Haupteffekt von Bewuchs entlang von Verkehrswegen und lärmintensiven Industrie- und Gewerbeanlagen liegt eher im psychologischen Bereich, da Lärm, der nicht „gesehen" wird, als weniger stark und belästigend empfunden wird, als bei einer optisch nicht abgeschirmten Lärmquelle. Wie schon gesagt, sind Bäume als Lärmschutz nicht zu überschätzen. Trotzdem haben sie eine schallmindernde Wirkung, die durch neueste Forschungsergebnisse bewiesen werden.

Hier einige Hinweise:

3. Beispiel eines Lärmschutzbaumes

Der Viburnum rhytidophyllum, genannt „Schneeball", ist der wohl am häufigsten gepflanzte Baum zur Lärmbekämpfung. Seine Blätter hängen an dünnen Ästen nach unten, ähnlich einer Birke. Durch dieses Herabhängen der Äste bekommt der Baum eine sehr große Fläche, die die Schallwellen abfängt und eine Ausbreitung des Lärms verhindert. Außerdem ist dies ein immergrüner Baum, was mit der breiten Krone zusammen einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Bäumen ergibt.


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