Bäume in Sagen: am Beispiel des Apfelbaums
1. Der Apfel in der Mythologie
2. Die Zauberkraft des Apfelbaums
3. Der Apfel als heilendes Hausmittel
4. Der Apfel - Frucht der Liebe
Der Apfelbaum
" Bei einem Wirte Wundermild
da war ich jüngst zu Gast ;
ein goldner Apfel war sein Schild
an einem langen Ast.
Es war der gute Apfelbaum
bei dem ich eingekehret ;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.
Es kamen in sein grünes Haus
viel leicht beschwingte Gäste ;
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das Beste.
Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
auf weichen grünen Matten ;
der Wirt, der deckte selbst mich zu
mit seinem kühlen Schatten.
Nun fragt ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt er den Wipfel.
Gesegnet sei er alle Zeit,
von der Wurzel bis zum Gipfel."
(Ludwig Uhland)
Der Apfelbaum (Malus Communis)
- den Rosengewächsen (mit ca. 2000 Arten) zugehörig
- unter Malus Communis werden ca. 5000 verschiedene Zuchtsorten gezählt
- flache Wurzeln, außerhalb der Kronentraufe: Faserwurzeln
- kurzer Stamm mit anfangs glatter, später in dünnen Plättchen abblätternder Rinde
- breite, dichtbelaubte, kugelig geformte Krone
- eiförmige, spitz zulaufende, wechselständige, feingesägte Blätter
- schlägt im April mit Knospen aus
- zwittrige, rosa-weiße Blüten in aufrechten Dolden
- gelbe Staubblätter
Das Fruchtfleisch entsteht nach der Bestäubung, durch Bienen beispielsweise, aus dem Blütenboden, das Kerngehäuse aus dem Fruchtknoten.
Der Apfel stammt aus Europa, Asien und Amerika, wurde aber zunächst von den Römern aus Turkestan und dem Kaukasus überliefert. Er gedeiht am besten auf tiefgründigen, feuchten, jedoch gut durchlüfteten Böden und bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Der Name des Apfels stammt aus dem Germanischen. Man leitet ihn aus dem Wort
"apitz" ab.
Der Apfel in der Mythologie
- Die Äpfel der Hesperiden-Früchte des Lebens-
Der Apfel hat seit Menschengedenken einen festen Platz in der Mythologie der Völker;
meist war er den Göttinnen der Liebe und der Erotik geweiht. Des weiteren verlieh er auch Unsterblichkeit, wie die goldenen Äpfel der Hesperiden, die die Töchter der Nacht verkörperten und im äußersten Westen in einem Garten wohnten. In diesen Garten wachsen, der Sage nach, die goldenen Äpfel der Sonne. Dieser Garten wird von den vier Hesperiden und dem hundertköpfigen Drachen Ladon bewacht.
In einer Sage der griechischen Mythologie mußte sich Herakles seinem Konkurrenten Eurystheus unterwerfen und zwölf schwierige Aufgaben bewältigen. Die Elfte dieser war, aus dem Garten der Hesperiden drei der goldenen Äpfel zu rauben. Nachdem er einige haarsträubende Abenteuer überstanden hat, trifft er auf Atlas, den Himmelsträger. Dieser soll ihm bei seiner schwierigen Aufgabe helfen. Herakles nimmt ihm die Last des Himmelsgewölbes ab und bittet Atlas, die Äpfel zu holen.
Da sich Atlas aber vor dem Drachen fürchtet, muß Herakles ihn mit einem Pfeilschuß töten. Atlas bringt die drei Äpfel, er möchte aber seinen alten Platz nicht mehr einnehmen und die Äpfel lieber selbst an Eurystheus überreichen. Zum Schein willigt Herakles ein, bittet jedoch darum, sich ein Kissen unterlegen zu dürfen. Nachdem er die Last sich auf Atlas` Schultern weiß, macht er sich mit den drei Äpfeln davon.
Eurystheus will die Äpfel nicht mehr und so schenkt Herakles die Äpfel Athene, die sie in den Garten der Hesperiden zurückbringt.
Wenn in der griechischen Sage von Äpfel die Rede ist, sind entweder die Quitte oder der Granatapfel gemeint. Alte griechischen Schriftsteller erwähnen, dass im Zuwerfen oder im Überreichen eines Apfels ein Zeichen für Zuneigung oder eine Bitte um Gegenliebe
gesehen wurde. Damit ist die Zugehörigkeit des (Granat)- Apfels zur Liebesgöttin erklärt.
Neben der Aphrodite, der Liebesgöttin war der Apfel auch Demeter, der Göttin der Fruchtbarkeit zugeordnet. Venus, die römische Göttin der Liebe und Sinneslust, oder Hathor, der ägyptische Liebesgöttin , und Iduna, die bei den nordischen Völkern in Sachen Liebe zuständig war. Der Apfel war wegen der zahlreichen Kerne im Gehäuse zum Symbol der weiblichen Fruchtbarkeit und zum Wahrzeichen der Liebe avanciert.
Iduna besaß die Äpfel, die die ewige Jugend versprachen, diese wurden von Fylla, ihrer Dienerin aufbewahrt. "Wenn die Götter altern, so müssen die Äpfel der Iduna gegessen werden, dann werden sie wieder jung und sie werden es bis zum Untergang der Götter bleiben" (Edda, Gylsis Verblendung).
Auch den Kelten war der Apfel heilig. Von den Bäumen des Waldes Avalon ist der Apfelbaum der edelste, denn er war der Baum der Unsterblichkeit. Daher fuhr König Arthus nach Avalon, um im geheimen Wald der Apfelbäume Heilung von seinen schweren Wunden zu finden. Der Gott Bran wurde von der Weißen Göttin mit einem
" silberweiß blühenden Apfelzweig aus Emain, dessen Blüte und Zweig eins waren" gerufen, um in das Land der Jugend einzutreten. In einem alten Gedicht wird die Insel Emain, das gälische Elysium, wie folgt beschrieben:
"Ein immerjunger Ort ist das fruchtbare Emain;
Schön ist das Land, wo es zu finden,
Liebling ist das Schloß vor allen anderen Schlösser.
Üppige Apfelbäume wachsen auf diesem Boden."
In der christlichen Symbolik wurde der Apfel in Zusammenhang mit der Gottesmutter Maria dargestellt, herübergerettet aus der matriachalischen Mutterreligion. Bald wurde der Apfel, Sinnbild der Erde und der Fruchtbarkeit, zum negativ behafteten Symbol der Sünde und der Verführung, weil es die patriarchalischen Kirchenoberen so wollten. Aus der Weißen Göttin wurde die unzuverlässige, naive, aber nicht minder verführerische Eva, die es wagte, Gottes Gebot zu brechen und vom Baum der Erkenntnis zu essen.
Daraus leitet sich auch das lateinische Sprichwort "malum e malo" ab; das bedeutet, das Übel kam vom Apfel, oder: " Der Apfel, den Frau Eva brach, uns herzog alles Ungemach ."
Auch dem berühmten Physiker Newton (1643-1727) wurde der Apfelbaum zum Baum der Erkenntnis. Er soll durch den Fall eines Apfels das Gesetz der Schwerkraft entdeckt haben.
Die Zauberkraft des Apfelbaums
Die Verwendung des Apfelbaums als Lebens- und Geburtsbaum ist Jahrhunderte alt.
Ein Apfelbaum wurde zur Geburt eines Kindes gepflanzt, um an ihm den Verlauf des Lebens diese Kindes vorauszusehen: Verkümmerte der Baum, so mußte mit dem frühen Tod des Kindes gerechnet werden, gedieh er, so war dem Kind ein langes Leben vorausgesagt. Das Wohl und das Leid des Menschen ist seit jeher eng mit dem des Baumes verbunden, die Menschenseele wurde mit der Baumseele identifiziert.
Bei Hochzeiten hatte der Apfel bei vielen Völkern die Funktion als Fruchtbarkeitssymbol,
der Reichtum an Kernen gab Aufschluß über die Fruchtbarkeit des Frauenschoßes. Im antiken Griechenland mußte, nach einem Gesetz des Solon, ein Brautpaar zur Hochzeit Äpfel oder Quittenäpfel essen, um die Nachkommenschaft zu sichern.
In Deutschland sagte man von einem Mädchen, das noch Jungfrau war:
" Sie hat des Apfels Kunde nit". Eine Jungfrau durfte auch keinen Doppelapfel essen,
sonst würde sie Zwillinge gebären. Der Apfel ist im besonderen ein Symbol für das weibliche Geschlecht . Durch das Herabgleiten lassen eines Apfels am Körper bei der Hochzeit hinter dem Altar, sollte in Schlesien gewährleistet werden, daß die Frau bei der Entbindung keine Probleme hat.
In Westfalen wurde ein Wettlauf nach dem Brautapfel , ein Apfel, der mit Geld gespickt war, veranstaltet. In der Schweiz schälten Brautführer einen Apfel; aus den Figuren, die aus der Schale entstanden waren, wurde die Zukunft der Hochzeiter herausgelesen.
Der Apfelbaum wird aber auch als Orakelbum betrachtet: man sagte mit seiner Hilfe den Verlauf von Leben und Tod voraus. Durchtrennte man beim Aufschneiden des Weihnachtsapfels die Kerne, konnte das den Tod im Laufe des nächsten Jahres bedeuten. Gelang es jedoch beim Schälen des Apfels die Schale nicht abreißen zu lassen, so war denjenigen ein langes Leben prophezeit.
Der Apfel konnte aber auch furchtbare Dinge anrichten, aß man ihn an Weihnachten oder Neujahr vor dem Gottesdienst, wurde man von Geschwüren heimgesucht, weil man das Reinheitsgebot gebrochen hatte. Aß man unmittelbar vor dem Tod noch einen Apfel, konnte die letzte Ölung nicht erteilt werden und man war auf ewig verdammt.
Apfelbäume wurden auch vielfach mit Hexen und Unholden in Verbindung gebracht.
Unter ihnen, wie unter vielen anderen Bäumen, tanzten Freitags die Hexen, so unter dem Hexenbäumle, ein Apfelbaum, in Rottenburg.
Auch der Alp erscheint in der Form eines Apfels, und der Eingang der Höhle der Unsterblichen liegt unter einem Apfelbaum.
Der Apfel als heilendes Hausmittel
Um dem Ruf des Lebensbaumes gerecht zu werden, mußte er auch heilende Wirkungen für dem Menschen mit sich bringen. In der Schwangerschaft konnte er bereits die Gesundheit des Kindes begünstigen. Er bewahrte einen nach dem Verzehr mit einem Glas Wasser vor angezauberten Krankheiten. Wurde man von Fieber, Schwindsucht oder Zahnsucht geplagt, ging man unter einen Apfelbaum und sprach:
"Apfelbaum, ich tu dir klagen,
die Schwindsucht tut mich plagen,
der erste Vogel, der über dich fliegem tut,
benehme mich der Schwindsucht gut."
Sollte das bei Zahnschmerzen nicht geholfen haben, ging man nicht zum Babier, sondern in der Osternacht zu einem Apfelbaum, setzt den rechten Fuß gegen den Stamm und spricht:
"Neu Himmel! Neu Erde!
Zahn ich versprech` dich,
daß du mir nicht schwellst noch schwärest,
bis wieder Ostern wird."
War man von Warzen befallen, legte beide Hälften eines geteilten Apfels auf die Warze. Danach fügte man den Apfel wieder zusammen und vergrub ihn, war er verfault so waren auch die Warzen verschwunden.- Wurde ein Apfel von oben nach unten abgeschabt, wurde ihm eine Wirkung gegen Durchfall zugeschrieben, schabte man ihn umgekehrt ab, so wirkte er als Brechmittel. Sollte ein Alkoholiker geheilt werden, gab man ihm einen Apfel, der von einem Sterbenden gehalten wurde.
Diesbezüglich ist es erstaunlich, daß der Apfel in der seriösen Schulmedizin keinerlei
Beachtung findet.
Tabernaemotanus (gest.1590) war einer der Wenigen, der den Apfel in die Medizin zu integrieren versuchte. Das Destillat des Apfel hielt er z.B. für ein hervorragendes Hautpflegemittel. Im 18. Jahrhundert empfahl der Arzt Chomel den Apfel als Mittel gegen Brustleiden und starken Hustenreiz. Auch heute halten viele einen Aufguß aus Apfelschalen noch für ein gutes Herztonikum; der Engländer sagt:
"An apple a day keeps the doctor away."
Ein weiteres Hausmittel ist der Apfelmost, der mehr leisten kann als der Apfel. Der Most soll helfen, Fette abzubauen, indem er sie aufspaltet. Er soll sogar krebserregende Stoffe in geräucherten Speisen neutralisieren. Insbesondere für ältere Menschen ist
dieser Most ein hilfreiches Mittel zur Kräftigung und Heilung. Allein der der pure Apfelduft kann Erstaunliches bewirken. Friedrich Schiller hatte bekanntlich immer einen etwas angefaulten Apfel in seiner Schreibtischschublade, dessen Geruch ihn zu höchsten literarischen Leistungen inspirierte.
Der Kräuterheiler M. Messegue hält die Rinde des Apfelbaumes für ebenso wirksam
wie das Chinin. Er hält seine Blätter, Blüten und Knospen für stark harntreibend. Er zitiert noch einen interessanten Spruch der mittelalterlichen Schule von Salerno, der zahlreiche bekannte Ärzte angehörten:
" Post pirum da putum,
Post pomum vade cacatum!"
(Nach der Birne- pipi, nach dem Apfel- kaka.)
Als besonders abführend gelten vor allem gekochte Äpfel; er gilt auch als Blutreinigungsmittel,
er soll den Körper reinigen und sich daher bei Rheuma, Gicht, Leber- und Nierenkrankheiten, Arterienverkalkungen, Fettleibigkeit und Hautkrankheiten bewähren. Natürlich darf der Hinweis auf Evas Apfel hier nicht fehlen- die Frucht der Gesundheit gilt auch als Frucht der Schönheit.
Moderne Wissenschaftler fanden im unreifen Apfel Propektin, das bei Durchfall, Eßstörungen, Hautkrankheiten und Kinderkrankheiten als relativ mildes Heilmittel
empfohlen wird. Getrocknete Apfelschalen enthalten viel Pektin.
Amerikanische Wissenschaftler konnten nachweisen, daß der Apfel den Menschen bis ins hohe Alter dynamisch hält, als Beweis dieser Theorie werden Napoleon, Bismarck und Churchill angeführt, die Täglich eine große Menge Äpfel zu sich nahmen und dabei ein hohes Alter erreichten, wenn man dies zuließ!
Der Apfel- Frucht der Liebe
Eine gebräuchliche Bezeichnung für die weibliche Brust ist schon seit Langem der
Begriff " Frauenapfel".
In der " Ruhestatt der Liebe" von Armaranthus heißt es:
" Soll der Marmor deiner Brust.
Welchen du mit Fleiß verhüllest,
Nicht zum Liebn tragen Lust,
wenn er auf und nieder quillet,
Ach, die Äpfel sind zu schöne,
Lisimene!"
Auch die barocke Vorliebe für schöne Formen konnte den sogenannten Apfelbusen nicht übersehen.
" Sie sind ein Paradies, in welchem Äpfel reifen,
Nach deren süßer Kost jedweder Adam lechzt. ...
Ein aufgeputzter Altar, vor dem die Welt sich beuget. ...
Ein Rosenstrauch, der auch im Winter Rosen bringt. ...
Zwey Bette, wo Robin und MarmelHochzeit machen,
Ein Bergerk, dessen Grund zwey Demant-Steine zeigt."
( Hoffmann von Hoffmannswalden 1617-1679 )
Aber auch schon die alten Griechen waren einer schönen Frauenbrust nicht abgewandt.
Ein gutes Beispiel ist die Überlieferung der Sage der Gerichtsverhandlung gegen Phryge. Sie soll sich, um einer Verurteilung zu entgehen, entblößt haben. Die Richter, von der " Strahlenden Herrlichkeit ihrer Brust" so angetan, sahen von einer Verurteilung ab.
Nonnos nennt die Äpfelchen der weiblichen Brust "Wurfspeere der Liebe".
Bei Theokrit fragt das Mädchen: " Was tust du , du Sartyr , warum greifst du mir an die Brüste?" Worauf Daphnis erwidert: " Um deine schwellenden Brüste erst mal zu probieren." Ariost dichtet:
" Könnt` er nicht ganz genau die helle Träne,
Die zwischen Rosen und Lingusten quillt,
Der herben Äpfel holdes Paar betauen,
Das goldne Haar vom Wind gefächelt schauen."
Das Fruchtbarkeitssymbol Apfel wurde sehr bald zum Mittel des Liebeszaubers schlechthin. So glaubten Mädchen, daß ein schweißdurchtränkter Apfel den man dem Angebeteten darreicht, das die Liebe durch den Schweiß übertragen und erwidert wird.
Außerdem wurden auch bestimmte Zeichen in den Apfel geritzt und dem Partner überreicht. Trotz der Katastrophe im Paradies der Bibel ist das Teilen des Apfels ein Zeichen der Liebe geblieben. Ritter von Perger berichtet: " Am Andreastag, dem großen Lostag für Unverheiratete, erbittet sich ein Mädchen von einer Witwe einen Apfel, theilt ihn schweigend in zwei Hälften, ißt die eine davon und legt die andere unter ihr Kopfkissen, um im Traum ihren Zukünftigen zu sehen."
Plagt aber ein Mädchen die Qual der Wahl unter seinen vielen Verehrern, sammelt es Apfelkerne, die es nach den Namen der in Frage kommenden benennt.
Danach heftet es die Kerne an ihre Stirn und wartet so lang bis nur noch einer an Ihrer Stirn klebt, die anderen sind herunter gefallen.
Wollte jemand viele Frauenherzen brechen, mußte er die Namen von drei Dämonen in einen Apfel, der noch am Baum hängt, ritzen und dabei sprechen: " Ich beschwöre dich, Apfel, mit diesen drei Namen, die du nun trägst, jeder Frau oder Jungfrau, die dich berührt, so heftige Liebe zu mir einzuflößen, daß sie dahinschmilzt wie Wachs im Feuer."
Die Frau, die einen Mann für sich gewinnen will, muß den eigenen Namen, den Namen des Mannes und den der Drei Dämonen ( Cosmer, Synandy und Heupides) auf die Schalen schreiben und dabei sprechen: " Ich beschwöre dich, Apfel, bei diesen eingeritzten Namen, jedem, der davon ißt, brennende Liebe zu mir einflößt."
Erstaunlicherweise führte diese Methode oftmals zum Erfolg, da das "Opfer"
meist willig war; es wußte in der Regel um die Bemühungen des anderen und spielte mit.
Im keltischen Horoskop steht der Apfelbaum für die Liebe. Jemand, der im Zeitraum
vom 23.12.-1.1. oder 25.6.-4.7. geboren wurde, werden folgende Charaktereigenschaften zugeschrieben:
" Zwar ist der Apfelbaum nicht sehr kräftig gebaut, besitzt er großen Anmut und Charme, eine starke persönliche Ausstrahlung und Anziehungskraft, die bis ins hohe Alter nicht an Wirkung verliert. Einfühlsam das ganze Leben lang, mal glücklich, mal unglücklich verliebt, ist er immer zu einem Flirt oder einem Abenteuer bereit. Findet er eine zufriedenstellende Partnerschaft, so wird ihm seine Vernunft Seitensprünge verbieten, denn sein sehnlichster Wunsch ist es, zu lieben und geliebt zu werden.
Trotz seiner Schwäche für Liebeleien ist der Apfelbaum im Grunde ein treuer und zärtlicher Partner. Die Fähigkeit, sich eigennützig zu verhalten, fehlt ihm leider völlig.
Leider führt das aber auch manchmal dazu, daß diese Großzügigkeit ausgenutzt wird.
Im Innern des Apfelbaumes schlummern die Fähigkeiten zu einem Wissenschaftler, und unter günstigen Bedingungen erreicht er viel und kommt zu Würden und Anerkennungen. Eigentlich lebt er aber gern in den Tag hinein, denkt nicht gern an den Morgen. Oft ist er zerstreut- ein sorgloser Philosoph mit einem Quentchen Phantasie.
"
Diese Aussage enthält nahezu alle Charaktereigenschaften, die dem Apfelbaum in Sagen und in der Mythologie zugeordnet werden.
© 1997 by Sarah Schattner & André Meyer