Der Baum als Windschutz!
Vorwort:
Diese Arbeit ist als Hausarbeit zum Thema "BAUM" entstanden. Informationen zu
diesem Thema habe ich überwiegend in der Landesbibliothek und in der Bundesanstalt
für Gewässerkunde in Koblenz gefunden.
Da ich bisher wenig Übung im Umgang mit dem Internet habe, ging mir die Arbeit nicht
so ganz leicht von der Hand .
Ich hoffe, daß Ihnen meine Internetseite gefällt und wünsche Ihnen viel Spaß beim
Lesen.
Mit freundlichen Grüßen David Dröge. (hier fehlt Foto 5/ Paßfoto David Dröge)
Inhalt:
1. Einleitung
2. Was sind Windschutzstreifen ?
3. Geschichtliche Entwicklung der Windschutzstreifen
4. Wie sieht ein optimaler Windschutzstreifen aus ?
5. Windschutznotwendigkeit und Einsatzmöglichkeiten
6. Was bewirken Windschutzstreifen ?
7. Ertragssteigerung durch Windschutz
8. Versuchsergebnisse
9. Quellen / Fotonachweis
Einleitung:
Besonders über ebenen weiten Flächen entwickeln sich in einigen Regionen der Erde
zeitweise starke Winde. Stärke, Dauer und Richtung sind von Jahreszeiten und
klimatischen Verhältnissen abhängig.
Nachteilige Folgen sind z.B. Absenkung von Temperaturen und besonders
Wegtransport der oberen Bodenschichten (Winderosion).
Um diese obere Schicht der Erdkugel zu schützen, ist der Bewuchs / Vegetation von
großer Bedeutung.
Bäume dienen dabei schon in alten Kulturen besonders als Schattenspender,
Wasserspeicher und als Windschutz.
Was sind Windschutzstreifen ?
Windschutzstreifen sind Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern die meist mehrreihig
hintereinander stehen. Das können bereits vorhandene Hecken sein, oft werden aber
auch neue Windschutzstreifen angelegt.
Diese dienen im wesentlichen zur Reduzierung der Windgeschwindigkeit in den im
Lee liegenden Flächen (andere Wirkungen siehe "Was bewirkt ein Windschutz-
streifen ?").
In Mittel- und Westeuropa bestehen Windschutzstreifen vor allem aus sommergrünen
Laubgehölzen. Im europäischen Mittelmeerraum werden immergrüne
Eukalyptus - Arten verwendet.
Foto: Windschutzstreifen an der B49 Neuhäusel
Geschichtliche Entwicklung der Windschutzstreifen
Die europäischen Heckenlandschaften sind ursprünglich nicht zum Windschutz
angelegt worden. Ihre Aufgabe bestand damals zur Abgrenzung des Eigentums
und zum Schutz der Ackerflächen vor Weidevieh und Wild. Die ersten größeren
Windschutzanlagen in Deutschland wurden im 19. Jahrhundert errichtet.
Nachdem damals die Wälder in großem Maße abgeholzt wurden, waren die
Ackerflächen ungeschützt und somit entstanden Windschäden an Boden und
Kulturpflanzen. Außerdem wurde der Wasserhaushalt gestört und somit entschloß
man sich Windschutzanlagen zur Verbesserung der Situation anzulegen.
Heute werden die Windschutzanlagen in Deutschland in der Regel von den Ämtern für
Landschaftspflege und Naturschutz, den Landwirtschaftskammern sowie von den
forstlichen Dienststellen geplant und eingerichtet. Es gibt inzwischen aber auch wieder
Landwirte, die deren Vorteil und Nutzen erkannt haben und sie deshalb nutzen.
Wie sieht ein optimaler Windschutzstreifen aus ?
Ein optimaler Windschutzstreifen sollte zunächst nur zu etwa 50 70% geschlossen
sein. Somit entstehen keine Luftwirbel oder Windbeschleunigungen durch
Düsenwirkung an den Heckenrändern. Die Hecke muß am Boden dicht geschlossen
sein damit auch dort keine Düsenwirkung entsteht (Hufeisenwirbel). Ganz nach dem
Grundsatz : Unten dicht, oben licht! Die Windschutzstreifen sollten eine
Durchschnittshöhe H = L / 15 haben (L = Länge der zu schützenden Fläche ), die
Breite hängt von der Breite der zu schützenden Fläche ab.
Um einen Schutz über mehrere 100 Meter oder auch Kilometer zu erreichen,
muß man mehrere Schutzstreifen in bestimmten Abständen hintereinander anlegen.
Solche Schutzanlagen können die Windgeschwindigkeit um bis zu 70% vermindern.
Die Windschutzstreifen sollten außerdem im rechten Winkel zur Windrichtung stehen,
daß heißt das die meisten Windschutzstreifen in Deutschland von Norden nach Süden
verlaufen ( in Deutschland kommt der Wind meist aus westlicher und östlicher
Richtung).
Windschutznotwendigkeit und Einsatzmöglichkeiten:
1. Schutzpflanzungen sind dort nötig, wo die natürliche Wasserversorgung für einen
optimalen Pflanzenertrag nicht ausreicht bzw. durch Trockenheitsperioden
Ertragsrückgang und ausfall drohen (günstig in Verbindung mit einer
Beregnungsanlage).
2. Schutzpflanzungen auf allen deflationsgefährdeten Standorten erforderlich.
3. Schutzpflanzungen sind an Straßen und Schiffahrtskanälen zu empfehlen, die
sehr stark dem Wind ausgesetzt sind. So schützen sie vor gefährlichen Seitenwind.
4. Schutzpflanzungen sind auch an Sportplätzen zu empfehlen
(Fußballplatz, Tennisplatz, ...). Auch hier schützen sie vor lästigem
Seitenwind.
5. Schutzpflanzungen werden auch im Bereich von Siedlungen eingesetzt.
Was bewirkt ein Windschutzstreifen ?
Die Windschutzstreifen, -pflanzungen haben zum Ziel die Windgeschwindigkeit
herabzusetzen und so vor Winderosion zu schützen. Aber sie dienen nicht nur zum
Schutz vor Erosionen, sondern sie verbessern auch Ertrag in den windgeschützten
Gebieten.
Die Länge der von den Windschutzpflanzungen geschützte Fläche entspricht
ca. 15 mal der Höhe der Pflanzungen. Im Winter kann die Schutzwirkung (bei
Verwendung von Laubbäumen) bis zu 50% schwächer sein als im Sommer.
Neben dem Windschutz üben die Pflanzungen noch andere Wirkungen aus. Das
sind z.B. die Abwehr und Ableitung von Kaltluft, die Speicherung von Warmluft,
die Herabsetzung der Denudationsgefahr sowie ökologische Wirkungen
(Lebensraum für Tiere). Deshalb sollte nicht nur auf schnelles Wachstum der
Bäume (Pappeln) sondern auch auf standortgerechte Arten geachtet werden.
Ertragssteigerung durch Windschutz
In der Landwirtschaft bedeutet Windschutz auch Ertragssteigerung.
Biochemisch ist das leicht und schnell erklärt:
Die Kulturpflanzen der Landwirtschaft nehmen für ihr Wachstum Kohlendioxid über
die Spaltöffnungen aus der Luft auf. Dabei verdunsten sie Wasser und sind oft in der
Gefahr auszutrocknen. Je mehr sie dem Wind ausgesetzt sind, desto stärker muß die
Pflanze ihre Spaltöffnungen schließen, um nicht zu vertrocknen. Da die Spaltöffnungen
aber nicht weit genug geöffnet sind, nimmt sie außerdem weniger Kohlendioxid auf
und wächst somit schlechter.
In windgeschützten Gebieten kann die Ertragssteigerung um bis zu 60% ausmachen,
durchschnittlich liegt die Ertragssteigerung aber "nur" zwischen 5 und 20%.
Windschutzpflanzungen hemmen in der Landwirtschaft außerdem auch die Verbreitung
von Pilzkrankheiten und verhindern außerdem mechanische Schäden an den Pflanzen.
Wirkung von Windschutzstreifen an Hand eines Beispiels:
| Niederösterreich | BR Deutschland | |
| Reichweite der Schutzwirkung
im Lee je nach Windstärke und Bestandsdichte (H = Höhe des Schutzstreifens) Abstand der Schutzanlagen Breite der Schutzanlagen Anteil an der Gesamtfläche |
. . . 6H bis 14H 180 350m 5 7m 1,5 2% |
. . . 10H bis 15H 250 500m 5 14m 2 3% |
| Ertragssteigerung: Sommergetreide Wintergetreide Mais Hackfrüchte Klee, Gemüse, Obst |
. 5% ( 8%)* 8% (14%)* 9% (16%)* 12% (21%)* 30% (60%)* |
. 25% 25% . 19% 57% |
gemessen in feuchten Jahren;
1.Zahl = Schutzbereichsmittelwert, 2.Zahl(inKlammern)Höchstwert
Eigene Versuchsergebnisse:
Naturuntersuchung:
Die folgenden Messungen wurden im November 1997 auf dem Gelände der
Baumschule Pein & Pein (Neuhäusel) gemacht.
Dabei wurde zunächst die Windgeschwindigkeit auf einer vor Wind ungeschützten
Fläche mit Hilfe eines Anemometers gemessen.
Als nächstes wurde die Windgeschwindigkeit auf einer von Windschutzpflanzungen
geschützten Fläche gemessen und zwar 10, 20, 50 und 100 Meter hinter der
Windschutzanlage. Die Pflanzung besteht aus einer Hecke mit Lebensbäumen (Tuja)
von ca. 4m Höhe und vereinzelt stehenden Pappeln von ca. 20 25m Höhe (siehe
Foto 1).
Der Wind kam an diesem Tag aus südwestlicher Richtung.
Ergebnisse :
| Gelände: Abstand zur Hecke Þ |
Windgeschwindigkeit in km/h 10m........20m........50m........100m |
| Ungeschützte Fläche | 40km/h |
| Geschützte Fläche (siehe Foto1) | 15km/h...20km/h...30km/h...40km/h |
Alle Werte sind gerundet . Es kann davon ausgegangen werden, daß nur die Hecke
nicht aber die Pappeln den Wind merkbar beeinflußt hat.
Graphisch sehen die Versuchsergebnisse dann in etwa so aus:

An der Stelle 0 befindet sich die Windschutzhecke.
Modellversuch:
Bevor die Messungen in der Natur durchgeführt wurden, habe ich zunächst einen
Modellversuch vorbereitet.
Versuchsaufbau:
Als Windquelle hat ein starker Föhn gedient, als Windschutzpflanzung haben
ca. 10 12 cm hohe "Modelleisenbahnbäumchen" gedient.
Auch bei diesem Versuch habe ich in verschiedenen Abständen hinter dem Hindernis
(Schutzpflanzung) die Windgeschwindigkeit gemessen.
Versuchsergebnisse:
| Gelände | Windgeschwindigkeit in km/h 10cm..........40cm..........60cm |
| Ohne Hindernisse | 20km/h |
| Mit Bäumchen | 5km/h*........15km/h.......20km/h |
(hier fehlt Foto 3 / Modellversuch)
Foto 3: Modellversuch (Beschreibung siehe Text)
Ergebnisse:
Die Ergebnisse aus den Natur- und Modellversuchen sind nicht ohne weiteres
vergleichbar. Die Versuchsanordnung ist zwar ähnlich, aber die Dichtheit der
Hecke / Bäume und andere Maßstabsverhältnisse sind nur schwierig zu übertragen.
Bei beiden Versuchen zeigt sich aber eine Abnahme der Windstärken um 2/3 in einem
bestimmten Abstand hinter dem Hindernis. Die Wirkung der Windschutzpflanzung
konnte nachgewiesen werden.
Quellen / Fotonachweis :
Quellen:
Als Informationsquellen haben mir folgende Bücher, Aufsätze und Lexika gedient:
Handbuch für Planung, Gestaltung und Schutz der Umwelt
Buchwald / Engelhardt 1978
Band 2 : Die Belastung der Umwelt
Seite 38 - 40 und 48 - 49
Band 3 : Die Bewertung und Planung der Umwelt
Seite 685 - 689
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Handbuch für Landschaftspflege und Naturschutz
Buchwald / Engelhardt 1968
Band 2 : Pflege der freien Landschaft
Seite 257 - 287
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Naturschutz DAS MACHBARE
Paul Parey erschienen im Wolf - Eberhard - Barth - Verlag 1995
Seite 245 - 250
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Aerodynamische Transport- und Mischungsvorgänge hinter Windschutzhecken
Mitteilungen des Leichtweiss Instituts für Wasserbau der TU Braunschweig
Heft 87/1985
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Das moderne Lexikon
Bertelsmann Lexikon - Verlag, Gütersloh 1972
Band 20
Seite 216 - 217
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Bertelsmann Universallexikon `97 (CD - ROM)
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Außerdem habe ich Informationen verwertet, die ich freundlicherweise vom
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Bonn) erhalten habe.
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Auch in der Bibliothek der Bundesanstalt für Gewässerkunde habe ich mich schlau
gemacht.
Fotos:
Foto 1 / 2 : Windschutzpflanzungen auf dem Gelände der Baumschule Pein & Pein an
der B49 vor Neuhäusel .
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Foto 3 : Modellversuch > Fön - Windquelle, Modelleisenbahnbäume -
Windschutzpflanzung und Windmeßgerät.
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Foto 4 : Anemometer (Windmeßgerät), Leihgabe des Bischöflichen Cusanus
Gymnasiums Koblenz.
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Foto 5 : Paßbild von David Dröge
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Die in der Arbeit enthaltenen Bilder sind von David Dröge gemacht worden.
Einen herzlichen Dank an Ron Eisenberger , der Bilder für mich eingescannt hat.
Allen denen, die zur Fertigstellung dieser Arbeit geholfen haben ebenfalls einen
rechtherzlichen Dank !!!
Biologie 11/ 3 , Herr Groenert / Bischöfliches Cusanus Gymnasium Koblenz .
Hausarbeit zum Thema " Der Baum als Windschutz ! ".
Erarbeitet von David Dröge im November 1997. ©
David Dröge
Unterdorfstraße 47
56077 Koblenz - Arzheim (auch hier fehlt Foto 5)
Tel.: 0261 / 701150
Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de