Kulturpreis - Cultural Award 2003


Prof. Dr. Ernst Peter Fischer

  • für sein literarisches Gesamtwerk, vor allem aber für sein Buch "Die andere Bildung ­ was man von den Naturwissenschaften wissen sollte". Professor Fischer hat mit diesem Werk der Diskussion um die angemessene Bildung in Deutschland eine neue Richtung gewiesen.

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  • We appreciate indeed Professor Ernst Peter Fischer's literary work as a whole but the present prize is mainly for his recent book: "The other Culture ­ what you should know from the Natural Sciences". With this volume Professor Fischer has strongly and positively influenced the ongoing debate in Germany about the appropriate strategies in higher education.
  • Curriculum Vitae von Prof. Dr. Ernst Peter Fischer
    18.1.1947 Geboren in Wuppertal.
    1967-72 Studium der Mathematik und Physik an der Universität Köln; Abschluss mit dem Physik-Diplom (Theoretische Physik).
    1972-77 Studium der Biologie am California Institute of Technology in Pasadena (USA); Abschluss mit Promotion bei Max Delbrück.
    1977-82 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Freiburg (Biochemie bei H. Holzer) und Konstanz (Biophysik bei P. Läuger).
    1982-87 Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Anfertigung einer Biographie von Max Delbrück und Anfertigung einer Habilitationsschrift über "Die Tragweite der Komplementaritätsidee".
    Seit 1987 Selbständige Tätigkeiten und freier Autor: (Auswahl) 1989 Kritik des gesunden Menschenverstandes; 1990 Wissenschaft für den Markt; 1995 Aristoteles, Einstein&Co.; 2000 Leonardo, Heisenberg & Co.; 2000 An den Grenzen des Denkens; 2001 Werner Heisenberg ­ Das selbstvergessene Genie; 2001 Images & Imagination; 2001 Die andere Bildung; 2002 Das Genom; 2003 Am Anfang war die Doppelhelix.
    Auszeichnungen und Ehrungen
    1980 Heinrich-Bechold-Medaille des Umschau Verlags.
    1981 Preis der wissenschaftlichen Gesellschaft Freiburg/Br.
    2002 Lorenz-Oken-Medaille der Gesellschaft Deutsche Naturforscher und Ärzte.

    "Die andere Bildung ­
    was man von den Naturwissenschaften wissen sollte"

    Fischer ist eine ungewöhnliche Person: diplomierter Physiker, promovierter Biologe, habilitierter Wissenschaftshistoriker und Schriftsteller aus Passion. Wir ehren ihn für sein literarisches Gesamtwerk, besonders aber für sein Buch: "Die andere Bildung ­ was man von den Naturwissenschaften wissen sollte".

    Fischer möchte mit diesem Buch seine "Leser in die Lage versetzen, in den Naturwissenschaften ein wenig Kennerschaft zu erwerben, um über aktuelle wissenschaftliche und technologische Entwicklungen mitreden zu können", von der Nanophysik bis zur Kosmologie, von den Genen bis hin zur Evolutionären Erkenntnistheorie. Fischer hat mit seinem Buch aber weit mehr erreicht: Sein kluges Plädoyer für eine zeitgemäße Bildung hat die verunglückte bildungspolitische Debatte in unserem Land in die richtige Bahn zurückgeführt. Der Erfolg des Buches erklärt sich aus dem Umstand, dass Fischer nicht beschreibt, sondern brillant erzählt, "was man von den Naturwissenschaften wissen sollte". Mit seinem narrativen Stil, der auch die Jungen anspricht, hat es Fischer tatsächlich geschafft, an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Literatur einen Bestseller hervorzubringen, dem auch die Feuilletons der großen Blätter Respekt und Zustimmung bezeugt haben.

    Fischer konstruiert keinen Gegensatz zwischen naturwissenschaftlicher und literarischer Bildung; sein Ziel ist vielmehr der Brückenbau bis hin zur Synthese. Der Unterschied zwischen Entdeckung und Schöpfung zum Beispiel hat für ihn wenig Bedeutung: "Naturwissenschaftler und Dichter repräsentieren in gleicher Weise die wunderbaren Höhen unserer Kultur". Seine Essays über die Großen in der Wissenschaft ­ Aristoteles, Leonardo, Kepler, Galilei, Einstein, Bohr, Heisenberg, Delbrück... sind eine Hommage für den kreativen Geist schlechthin; seine Anmerkungen zu Rilke zeugen von einer tiefen Sympathie für große Dichtung...

    Wir vermuten, dass Eduard Rhein Leute wie Fischer vor Augen hatte, als er seinen Kulturpreis schuf. Wir können uns jedenfalls für den Herbst 2003 keinen würdigeren Preisträger wünschen.
     
    Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Hans Mohr, 
    Universität Freiburg 

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