Interdisziplinäres Kolloquium: Verkörperte Interdisziplinarität? Zum Wissenschaftsdualismus und seiner Überwindung aus Sicht des Verkörperungsdenkens

Ein Beitrag aus der Philosophie


Das Interdisziplinäre Kolloquium bietet (Nachwuchs-)Wissenschaftler*innen des Campus Koblenz die Möglichkeit, sich selbst und ihre Forschungsprojekte einer breiten Hochschulöffentlichkeit vorzustellen und dabei ins Gespräch zu kommen, sich kennenzulernen und auszutauschen. Die wissenschaftlichen Themen der Vorträge sollen in verständlicher Weise aufbereitet und disziplinübergreifend zugänglich gemacht werden, um hierdurch die Wissenschaftskultur am Campus mitzuprägen.


Interdisziplinarität und Verkörperung markieren Schlüsselthemen – man könnte sagen: Paradigmen – gegenwärtiger Forschung. Doch während die Interdisziplinaritätsdebatten der deutschsprachigen Wissenschaftsforschung schon längere Zeit und bis heute ungebrochen andauern, gewinnt der Begriff der „Verkörperung“ erst seit kurzem auch im Kontext interdisziplinärer Forschungen stark an Bedeutung. Mit Verkörperung ist zunächst gemeint, dass die geistigen Fähigkeiten der menschlichen Spezies aus den Interaktionen des Organismus mit seiner physischen und sozialen Umwelt hervorgegangen sind und auch strukturell stets an körperliche Interaktionserfahrungen gebunden bleiben. ‚Körper' und ‚Geist' bilden nach dieser Vorstellung also keinen Gegensatz, sondern entwickeln sich in Abhängigkeit voneinander.

Mit Blick auf das andauernde kontroverse Verhältnis von Natur- und Kulturwissenschaften ist das Paradigma der Verkörperung von systematischer Aktualität, wurde jedoch unter der allgemeinen Fragestellung interdisziplinärer Vermittlung noch nicht umfassend betrachtet. Angesichts nach wie vor bestehender Theoriedifferenzen und Berührungsängste zwischen den Wissenschaften scheint eine differenzierte Aufarbeitung dieser Thematik umso dringender geboten. Mit dem Vortrag soll eine Einführung in die Idee verkörperter Interdisziplinarität gegeben werden. Dabei sollen Antworten auf die Fragen vorgestellt werden, ob und wie das Paradigma der Verkörperung Interdisziplinarität erzeugen und so dazu beitragen kann, den Dualismus der Wissenschaftskulturen zu überwinden.




In Kooperation mit dem CZS MINT-Forum