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>>2. Koblenzer Elternuniversität: Coaching für Eltern und andere Fachleute

2. Koblenzer Elternuniversität
Coaching für Eltern: Ein Forum für Fachleute und Eltern

in Kooperation mit dem Institut an der Ruhr (IR) und dem Koblenzer Institut für Systemische Studien (KISS)

http://elternuni.uni-koblenz.de
Raum D 239 Mittwoch, 13.06.07, 9-17 Uhr Teilnahmegebühr: 15 €

Prof. Dr. Dieter Thomä (St. Gallen):
Eltern: Reflexionen über eine riskante Lebensform
Welche Erziehung wollen Eltern? Welche Eltern will die Schule?

  1. 9.00-9.30 Uhr: Begrüßung Prof. Dr. Reinhard Voß (Koblenz), Institut für Pädagogik
  2. Grußworte des Vizepräsidenten und des Landeselternsprechers
  3. 9.30-10.45 Uhr: Prof. Dr. Dieter Thomä (St. Gallen), Referat und Diskussion:
    "Elternschaft als riskante Lebensform"
  4. 10.45-11.15 Uhr: Kaffeepause
  5. 11.15-12.45 Uhr: Prof. Dr. Dieter Thomä, Referat, Gruppenarbeit und Reflexion im Plenum:
    "Haben wir die Erziehung vergessen? Stauräume und Hohlräume in Familie und Schule"
  6. 12.45-14.15 Uhr: Mittagspause
  7. 14.15-15.45 Uhr: Günter Engel (Schulleiter in Saarbrücken), Referat, Diskussion und Aufstellung:
    "Schule und Elternhaus – eine kooperierende oder rivalisierende Erziehungspartnerschaft?"
  8. 15.45-16.15 Uhr: Kaffeepause
  9. 16.15-17.00 Uhr: G. Engel, D. Thomä, R. Voß, NN:
    "Was ich noch zu sagen hätte..."

Prof. Dr. Dieter Thomä

Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen, Publizist

Zum Referat:

Nach der 1. Elternuni mit dem Psychologen Haim Omer (Tel Aviv) ("Autorität ohne Gewalt", "Autorität durch Beziehung") offeriert die diesjährige "Elternuniversität" eine Standortbestimmung für Eltern: Welche Rolle spielen sie – als Geforderte und als Fordernde – in der von vielen Seiten beschworenen Offensive der Erziehung? Eltern haben heute mit einem Identitätsproblem zu kämpfen, das es ihnen erschwert, ihre Rolle zu finden und auszufüllen. Einerseits gilt die Familie als vielbeschworener Kern der Gesellschaft, als Garant des Generationenvertrags. Andererseits wirken Eltern im Zeitalter von Selbst-Unternehmern und Berufsjugendlichen seltsam unzeitgemäß. Hinter der vermeintlich normalen Fassade der Familie erscheinen Eltern fast als Außenseiter, als unfreiwillige Extremisten des Alltags.
Der Philosoph Dieter Thomä beschreibt Wege zu einem neuen Selbstbewusstsein der Eltern; er stößt dabei auf eltern- und kinderfeindliche Aspekte der modernen Gesellschaft, aber auch auf die neuen Chancen der Familie. Diese Chancen lassen sich nutzen, wenn man die Familie nicht zu einem sozialen Hohlraum verkümmern lässt, sondern zum Schauplatz der Offensive der Erziehung macht. Dabei hilft auch ein Blick in die Geschichte: Die Vergangenheit hält einen Werkzeugkasten von Einsichten bereit, aus dem man sich heute bedienen kann, um seine eigene Haltung als Erzieher weiterzuentwickeln. Zu erkunden ist dabei die Spannung zwischen Macht und Ohnmacht, Nähe und Ferne, Kontinuität und Bruch, Bereicherung und Verarmung des Lebens.

Literatur:

Dieter Thomä: Eltern. Kleine Philosophie einer riskanten Lebensform. Beck, München, 3. Aufl. 2002
Dieter Thomä: Neue Väter in vaterloser Welt. In: Westend. Neue Zeitschrift für Sozialforschung, H. 1, 2007

Gesamtschulrektor Günter Engel

Schulleiter der Gesamtschule Riegelsberg in Saarbrücken, Supervisor

Zum Referat:

Schule und Elternhaus sind zwangsweise über einige Jahre miteinander verbunden und müssen in irgendeiner Form zusammen kooperieren. Unterschiedliche Erwartungen, verschiedene Erziehungsziele und negative Erfahrungen können auf beiden Seiten Ohnmachtsgefühle erzeugen oder einfach nur noch Wut. Leistungsdruck, tägliche Hausaufgaben oder Schulwechsel führen in der Familie und in der Schule zu heftigen Diskussionen und oft zu ungelösten Konflikten. Nicht selten sind Schule und Elternhaus hilflos verstrickt und erzeugen ihre bekannten Vorurteile.
Gibt es gelungene Kooperation zwischen Schule und Elternhaus? Können Lehrer und Eltern sich auf gemeinsame Ziele einlassen? Oder werden Eltern weiterhin nur bei Festen, Kuchentheken und Fördervereinen gebraucht? Günter Engel sieht als Schulleiter und Familienvater, dass die Potentiale und Möglichkeiten der Eltern zur Unterstützung der Qualitätsentwicklung von Schule noch zu wenig genutzt werden. Verändert sich mit der Schule auch die Zusammenarbeit mit den Eltern?

Literatur:

Günter Engel: "Zirkus Bellevue" – ein Erprobungsfeld für innovative Elternarbeit in der Schule. In: Praxis der Elternarbeit, Kognos Verlag, 1997
Günter Engel: Der Schulzirkus. Möglichkeiten der Vernetzung von Jugendhilfe, Schule und Familie. In: Reinhard Voß (Hg.): Die Schule neu erfinden. Berlin, 1998

Prof. Dr. Reinhard Voß

Professor für Allgemeine Didaktik und Schulpädagogik in Koblenz

Literatur:

Reinhard Voß (Hg.): Verhaltensauffällige Kinder in Schule und Familie – Neue Lösungen oder alte Rezepte?. Luchterhand Verlag, Neuwied, 2. Aufl. 2002, z. Zt. vergriffen
Reinhard Voß (Hg.): Wir erfinden Schulen neu. Beltz, Weinheim/Basel, 2006