Viele lokale Verfahren zur Kommunikation in und zur Strukturierung von drahtlosen Netzen erfordern, dass der zugrunde liegende Netzwerkgraph eine planare Zeichnung ist. Hierbei ist angenommen, dass die Netzknoten im Wesentlichen auf einer zweidimensionalen Ebene liegen. Zur Strukturierung von Netzgraphen als planare Zeichnung kann dabei auf Positionsinformation der Netzknoten zugegriffen werden.
In der Regel finden sich in nicht weiter strukturierten drahtlosen Netzgraphen schneidende Kanten. Solche Schnitte können durch entfernen von Kanten eliminiert werden, jedoch kann damit der Graph in Partitionen auseinanderfallen. Schnittfreiheit durch entfernen von Kanten sowie Graphzusammenhang können in beliebigen Graphen konfliktbehaftete Ziele sein. Somit sind in der Regel Heuristiken gefragt, welche beide Ziele mit einer hohen Erfolgsrate erreichen können.
Eine generelle Vorgehensweise zur Planarisierung ist es, den zugrunde liegenden Netzgraphen zunächst in eine sogenannte Overlay-Graphstruktur zu überführen und die Planarisierung dieser Overlay-Struktur anstatt die Planarisierung des darunter liegenden Graphen zu betrachten. Overlay bedeutet hierbei, dass nach einem geeigneten Verfahren Netzknoten in Gruppen zusammengefasst jeweils einen virtuellen Knoten bilden. Die Kanten zwischen den virtuellen Knoten werden durch den darunter liegenden Graphen definiert. Zwei virtuellen Knoten sind durch eine virtuelle Kante verbunden, wenn mindestens ein Knoten einer Gruppe mit einem Knoten der anderen Gruppe verbunden ist.
Zusammenfassen von Knoten in einer Gruppe kann auf geographischer Knotenposition oder auf graphtopologischer Information basieren. Im ersten Fall dem sogenannten geographischen Clustering ist die Ebene in ein reguläres Raster (Quadrate oder Hexagone) unterteilt. Knoten innerhalb eines Clusters bilden jeweils einen Knoten des Overlay-Graphen. Im zweiten Fall dem sogenannten topolgischen Clustering werden Knoten die maximal k Kommunikationsschritte voneinander entfernt sind, mittels sogenanntem k-Hop-Clustering zu Knoten des virtuellen Overlay-Graphen zusammengefasst.
Der Vorteil der Planarisierung über Ovlerlay-Graphen ist, dass sich die Overlay-Struktur unter Umständen gutmütiger bezüglich Planarisierbarkeit und gleichzeitigem Graphzusammenhang verhalten kann. Dies liegt daran, dass alle Kanten zwischen Knoten aus einer Gruppe zu einem virtuellen Knoten zusammenfallen und damit bezüglich Schnitte keine Relevanz mehr haben. Schnitte können jedoch zwischen den Kanten des Overlay-Graphen entstehen, sodass diese Schnitte auf der Ebene der Overlays behandelt werden müssen. Jedoch sind dies deutlich weniger Kanten und die Schnitte von Kanten folgen hier einer reguläreren Struktur, als es bei Betrachtung der Schnitte des zugrunde liegenden Graphen der Fall wäre. Dies kann zur lokalen Planarisierbarkeit ein Vorteil sein.
Das vorliegende Thema umfasst mehrere Teilthemen. Im Wesentlichen kann beispielsweise in einer Arbeit Planarisierung auf Basis von geographischem Clustering sowie einer anderen Planarisierung auf Basis von geographischen Clustering betrachtet werden. In allen Fällen können bestehende lokale Verfahren im Kontext der Overlay-Graphen simulativ und ggf. auch in Teilen formal untersucht werden, sowie spezielle auf die Overlays angepasste neue Verfahren entwickelt werden. In allen Fällen ist die Voraussetzung für dieses Thema, dass man die Vorlesung "Lokale Netzstrukturen" gehört hat.