HydroExchange: Internationale Forschungspartnerschaft entwickelt Lösungen für globale Wasserstoffwirtschaft

Die Transformation zu einer global vernetzten Wasserstoffwirtschaft zählt zu den zentralen Herausforderungen der Energietransition. Sie erfordert nicht nur technologische Innovationen, sondern auch neue Formen der internationalen Zusammenarbeit. Mit dem Projekt „HydroExchange“ baut die Universität Koblenz gemeinsam mit der University of Western Australia (UWA) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf eine internationale und interdisziplinäre Forschungspartnerschaft auf, die genau diese Herausforderung adressiert.
Ziel des Projektes ist es, integrierte Wasserstoffsysteme im industriellen Maßstab in Deutschland und Australien vergleichend zu untersuchen und die damit verbundenen sozioökonomischen Transformationsprozesse in regionalen Kontexten wissenschaftlich zu begleiten. Das Projekt verbindet ingenieurwissenschaftliche und chemische Ansätze zur Entwicklung effizienter Wasserstofftechnologien mit sozialwissenschaftlichen Analysen zu Akteursstrukturen, regionalen Netzwerken und globalen Lieferketten.
Ideale Rahmenbedingungen für internationalen Austausch
Gefördert wird „HydroExchange“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. „Die Wasserstoffforschung lebt von internationalem Austausch – ‚HydroExchange‘ schafft hierfür ideale Rahmenbedingungen“, betont Dr. Miriam Voigt, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Transfer an der Universität Koblenz und Projektkoordinatorin. Zur langfristigen Vertiefung der Zusammenarbeit wurde zudem bereits ein Memorandum of Understanding zwischen der Universität Koblenz und der University of Western Australia unterzeichnet, das die gemeinsame Forschung sowie den wissenschaftlichen Austausch weiter stärken soll.
„‚HydroExchange‘ zeigt, wie wichtig international und interdisziplinär aufgestellte Forschung für das Gelingen der Energiewende ist“, sagt Prof. Dr. Simone Mascotto, Professor für anorganische Chemie an der Universität Koblenz. Neben wissenschaftlichen Synergien stärkt das Projekt auch langfristige institutionelle Beziehungen – etwa durch Mobilitätsprogramme, gemeinsame Workshops und die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler*innen.
Feldstudien in Westaustralien
Bereits in diesem Jahr konnten vier Forschende aus Koblenz im Rahmen des Projekts an die UWA nach Perth reisen, um dort Feldstudien durchzuführen und ihre Netzwerke auszubauen. Unter anderem besuchten Prof. Dr. Robert Panitz (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) und Dr. Miriam Voigt (Universität Koblenz) gemeinsam mit australischen Kolleg*innen die erste Mikronetzanlage für erneuerbaren Wasserstoff in Western Australia. Vor Ort führten sie Interviews mit Vertreter*innen aus Politik, Industrie und Wissenschaft wie beispielsweise mit der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer, verschiedenen Entrepreneuren und ministerialen Vertreter*innen.
Der Gegenbesuch aus Australien fand in den vergangenen zwei Wochen statt. Gemeinsam mit Prof. Kirsten Martinus und Dr. Daniel Schepis von der UWA wurden weitere Feldstudien und Interviews in Rheinland-Pfalz und im Saarland durchgeführt.
Den Abschluss des Aufenthalts bildete ein gemeinsamer Workshop an der Universität Koblenz, bei dem der Region und weiteren Wissenschaftler*innen erste Ergebnisse präsentiert wurden. Dazu gehörten unter anderem eine umfassende Medienanalyse zur öffentlichen Wahrnehmung von grünem Wasserstoff, die Identifikation relevanter Innovationsnischen sowie eine Analyse der Rolle von Universitäten als „Change Agents“ in der Wasserstofftransition. Mit „HydroExchange“ setzt die Universität Koblenz ein deutliches Zeichen für die Stärkung internationaler Forschungspartnerschaften und für die wissenschaftliche Mitgestaltung einer nachhaltigen, klimaneutralen Zukunft.






