Impulse für Leseförderkonzept der Universität Koblenz aus New Orleans

Uhl leitet an der Universität Koblenz den Arbeitsbereich Sprachbildung und verantwortet in diesem Rahmen das landesweite Leseförderprojekt „Leseband L“. Ziel des Projekts ist es, die Lesekompetenz aller Schüler*innen an 72 deutschen Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen nachhaltig zu stärken. Darüber hinaus ist der Arbeitsbereich für die Neukonzeption des Teilrahmenplans Deutsch als Zweitsprache für die Primarstufe im Bundesland Rheinland-Pfalz verantwortlich.
Die vielfältigen Eindrücke aus New Orleans werden künftig in die anstehenden Aufgaben des Arbeitsbereichs Sprachbildung einfließen – sowohl im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte im Bereich der Lesedidaktik als auch auf die Gestaltung der universitären Lehre. Die Lehrkräfte der besuchten Schulen in den USA erwiesen sich zum Beispiel als versierte Expert*innen in der datengestützten Unterrichtsentwicklung sowie im Unterrichten heterogener Lerngruppen – Kompetenzen, die auch hierzulande an Relevanz gewinnen und durch Initiativen wie dem Startchancen-Programm, das sozioökonomisch benachteiligte Schüler*innen fördert und dabei die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie soziale und emotionale Kompetenzen stärken will, künftig noch stärker in den Fokus rücken werden.
Ziel war neben den Schulbesuchen der Austausch mit der Success for All Foundation, die in den USA seit über 35 Jahren den Leseunterricht an Schulen in herausfordernden sozialen Lagen unterstützt. Die Delegation besuchte die Hynes Lakeview Elementary School, die Hynes UNO Elementary School sowie die Martin Berman Elementary School in New Orleans. Sie erhielt dabei detaillierte Einblicke in den Leseunterricht sowie in die Arbeitsweise der Stiftung. Außerdem fand ein Gespräch mit der Literacy-Expertin und Gründerin der Success for All Foundation, Prof. Dr. Nancy Madden von der Johns Hopkins University, statt.
Das innovative und lernwirksame Konzept der Success for All Foundation sieht vor, die Alphabetisierung der Kinder bereits in der Preschool zu beginnen, sodass Kinder ab der ersten Klasse gezielt in ihrer Leseflüssigkeit und ihrem Leseverständnis gefördert werden können. Insbesondere Kinder ohne Literacy-Förderung im Elternhaus profitieren von dem Konzept der Success for All Foundation.
Impulse für Deutschland
In Deutschland ist es trotz erheblicher Bemühungen bislang nicht gelungen, die Lesekompetenz im Grundschulalter flächendeckend zu verbessern – zuletzt zeigten Bildungsstudien wie IGLU und PISA einen negativen Trend in der Leseentwicklung. Die Einblicke in das Konzept der amerikanischen Stiftung bieten daher wichtige Impulse für den Leseunterricht in Deutschland, beispielsweise für die Gestaltung einer schulweiten Lesediagnostik, die Förderung der Early Literacy im Kindergarten sowie die Weiterqualifikation von Lehrkräften. Daneben stand auch die Vernetzung der deutschen Akteur*innen im Bereich der Leseförderung im Fokus der Veranstaltung. In mehreren Follow-up-Terminen wird die Delegation nun ihre Vision eines erfolgreichen und bildungsgerechten Leseunterrichts in Deutschland weiterentwickeln.
Organisiert wurde die Reise vom New School Lab, ein Think Tank, der neue Strategien zur Transformation des deutschen Bildungssystem entwickeln und umsetzen möchte.




