KI-Checkliste der Universität Koblenz in Good Practice-Datenbank der HRK aufgenommen

Die Universität Koblenz bietet mit ihrer KI-Checkliste eine Orientierungshilfe für den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI in Studium und Lehre. Bild: Colourbox
Die Universität Koblenz bietet mit ihrer KI-Checkliste eine Orientierungshilfe für den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI in Studium und Lehre. Bild: Colourbox
Die an der Universität Koblenz entwickelte Checkliste zum rechtskonformen Umgang mit generativen KI-Diensten in Studium und Lehre ist in die neue Good Practice-Datenbank der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) aufgenommen worden.

Darf ich KI im Studium nutzen und wenn ja, wie gebe ich das an? Was muss ich beim Einsatz von KI-Diensten rechtlich beachten? Fragen wie diese beschäftigen Studierende und Lehrende gleichermaßen. Die Universität Koblenz hat dafür eine Checkliste entwickelt, die nun als Beispiel gelungener Praxis bundesweit sichtbar ist. Sie gehört zu den ersten Einträgen, mit denen die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ihre Good Practice-Datenbank im September gestartet hat.

Orientierung im Umgang mit KI geben

Die Checkliste gibt in drei Phasen Orientierung: vor, während und nach der Nutzung von KI. Sie berücksichtigt unter anderem die Datenschutz-Grundverordnung, die europäische KI-Verordnung und das Urheberrecht und macht die rechtlichen Vorgaben mit Beispielen aus dem Universitätsalltag greifbar. Die Universität Koblenz hat sich für ihre Checkliste die Initiative KI:connect.nrw zum Vorbild genommen, deren Inhalte weiterentwickelt und an die aktuelle Rechtslage angepasst. Ergänzt wird ihre eigene Checkliste durch eine KI-Ampel für Prüfungen. Rot bedeutet, dass keine KI-Tools erlaubt sind, Gelb steht für eine Nutzung zu festgelegten Zwecken und Grün für KI im zulässigen Rahmen. Passende Vorlagen für Eigenständigkeitserklärungen machen den KI-Einsatz dokumentierbar. Die Materialien verstehen sich als Serviceangebot, die Entscheidung über den KI-Einsatz in Lehrveranstaltungen und Prüfungen bleibt bei den Lehrenden. Eine englische Fassung für internationale Studierende liegt ebenfalls vor.

Verschiedene Perspektiven zum Thema KI bündeln

Den Anstoß für das Projekt hatte 2024 das Steering Committee für Studium und Lehre gegeben. Die darin versammelten Statusgruppen hatten sich einheitliche Informationen und Entscheidungshilfen zum Umgang mit KI – vor allem in Prüfungen – gewünscht. Dabei sollte sowohl die Perspektive der Studierenden als auch die Perspektive der Lehrenden adressiert werden. Seit 2025 bündelt Joshua Dohmen als neu berufener KI-Beauftragter der Universität die Aufgaben und arbeitet in enger Abstimmung mit der Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr. Constanze Juchem-Grundmann. Am Projekt selbst haben Studierende und Lehrende ebenso mitgewirkt wie das Rechtsreferat, die Stabsstelle für Informationssicherheit und Datenschutz sowie das Hochschulprüfungsamt. Über die Fachbereichsräte und die Runde der Prodekaninnen und Prodekane für Studium und Lehre waren zudem alle Fachbereiche eingebunden.

Entstanden sind eine Checkliste und eine KI-Ampel als Gemeinschaftsprojekt vieler Beteiligter. Die Dokumente wurden im Frühjahr 2026 zusammen mit weiteren Empfehlungen, rechtlichen Hinweisen und Anlaufstellen im neu geschaffenen Webbereich „KI in Studium und Lehre“ veröffentlicht. Sie sind als „lebende“ Dokumente angelegt, werden also fortlaufend aktualisiert und ergänzt. Nach einer Erprobungsphase bis zum Wintersemester 26/27 werden die Rückmeldungen aus den Fachbereichen systematisch ausgewertet, um die Materialien anschließend weiterentwickeln zu können.

Leitstelle KI-LOTSE

Die Good Practice-Datenbank ist Teil des Projekts KI-LOTSE (Leitstelle für Orientierung, Technologie, Service und Expertise zu Künstlicher Intelligenz an Hochschulen), das von der HRK mit Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) umgesetzt wird. Die kuratierte Sammlung zeigt, wie Hochschulen KI nutzen und steuern, außerdem bietet sie KI-Strategien und Leitlinien über Rechtsfragen und Weiterbildung bis zur Lehr- und Prüfungspraxis und zu Infrastrukturlösungen. Die Datenbank wird laufend erweitert, Hochschulen können über ein Online-Formular eigene Beispiele vorschlagen.

Weitere Informationen

Eintrag in der Good Practice-Datenbank: https://www.ki-lotse.ai/good-practice/checkliste-zum-rechtskonformen-umgang-mit-generativen-ki-diensten-in-studium-und-lehre/

KI in Studium und Lehre an der Universität Koblenz: https://www.uni-koblenz.de/de/ki/ki-in-studium-und-lehre

Datum der Veröffentlichung
Fachlicher AnsprechpartnerJoshua Dohmen
Universität Koblenz Beauftragter für Künstliche Intelligenz Universitätsstraße 1 56070 Koblenz
jdohmen@uni-koblenz.de0261 287-1894