Prof. Dr. Rajendra K. Bordia mit Ehrenpromotion der Universität Koblenz ausgezeichnet

Prof. Dr. Rajendra K. Bordia hat die Ehrenpromotionsurkunde von Dekan Prof. Dr. Thomas Götz erhalten. Bild: Universität Koblenz / Dr. Caroline Gommel
Prof. Dr. Rajendra K. Bordia hat die Ehrenpromotionsurkunde von Dekan Prof. Dr. Thomas Götz erhalten. Bild: Universität Koblenz / Dr. Caroline Gommel
Erstmalig seit ihrer Verselbstständigung am 1. Januar 2023 hat die Universität Koblenz die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Die Ehrenpromotion zum Dr. rer. nat. h.c. erhielt Prof. Dr. Rajendra K. Bordia von der Clemson University in South Carolina, USA, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Erforschung der Grundlagen und der Anwendung von keramischen Hochleistungswerkstoffen. Mit der Auszeichnung wurde auch die internationale Exzellenz seiner Arbeit honoriert.

Bordia hat an der Clemson University in South Carolina einen renommierten Stiftungslehrstuhl im Fachbereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, den George J. Bishop, III Chair Professor of Ceramics and Materials Engineering, inne. Im Bereich der Keramik setzt der Materialwissenschaftler innovativ auch modernste mathematische und informatische Methoden, wie etwa das maschinelle Lernen ein, um Fertigungsprozesse zu optimieren.

Der Dekan des Fachbereichs Mathematik/Naturwissenschaften der Universität Koblenz, Prof. Dr. Thomas Götz, schilderte in seiner Eröffnungsrede die besonderen Leistungen von Bordia sowohl als Dozent als auch als Forscher. Götz erläuterte zudem die besondere Beziehung zwischen Bordia und der Universität Koblenz seit dem Jahr 2015. Diese Kontakte wurden von der Universität Koblenz initiiert, entsprechend der Staatspartnerschaft zwischen South Carolina und Rheinland-Pfalz. Die Möglichkeit der Kooperation zwischen der Clemson University und der damaligen Universität Koblenz-Landau ergab sich zuerst auf dem Gebiet der Keramik. 2018 startete die Universität Koblenz-Landau hier ein kooperatives Forschungskolleg mit Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz. Bordia war von der ersten Stunde an mit persönlichem Engagement als Scientific Fellow in dieser Einrichtung aktiv, gab mehrere Master Classes und ermöglichte Forschungsaufenthalte junger Kollegiat*innen an der Clemson University. Im Jahr 2024 gründete die Universität Koblenz zusammen mit weiteren Partnereinrichtungen ein Graduiertenkolleg, in dem Bordia ebenfalls von Anbeginn an als Scientific Fellow mitarbeitet.

Ehrenpromotionen als besondere Anerkennungen

Der rheinland-pfälzische Staatsminister für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit, Clemens Hoch, führte in der Festveranstaltung aus: „Die Verleihung der Ehrendoktorwürde ist eine herausragende persönliche Auszeichnung. Sie würdigt Professor Rajendra Bordia für seine außerordentlichen wissenschaftlichen Leistungen, seine Verdienste in Forschung und Lehre sowie seinen besonderen Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Ehrendoktorwürde wird von der Universität nur sehr selten verliehen. Ihre Vergabe unterstreicht daher die besondere Bedeutung, die Professor Bordia für die Universität Koblenz und insbesondere den Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften hat.“

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Olivier Guillon, der geschäftsführende Direktor des Luxembourg Institute for Science and Technology (LIST). Er erzählte Begebenheiten aus dem beruflichen und auch zum Teil privaten Umfeld des Rajendra Bordia und gab einen tieferen Einblick in dessen wissenschaftliche Laufbahn. Bordia war an der Technischen Universität Darmstadt aktiv, als Guillon sich bei Prof. Dr. Jürgen Rödel habilitierte. Guillon wurde später Direktor des Institute of Energy Materials and Devices (IMD) am Forschungszentrum Jülich und Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. In Jülich hat Bordia einige Forschungsaufenthalte verbracht und beide konnten gemeinsame Projekte und Publikationen durchführen.

Im Rahmen der Zeremonie wurde auch ein Kolloquium veranstaltet. Prof. Dr. Rajendra Bordia von der Clemson University, Prof. Dr. Jürgen Rödel von der Technischen Universität Darmstadt und Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Quirmbach von der Universität Koblenz hielten jeweils wissenschaftliche Fachvorträge aus ihren eigenen aktuellen Tätigkeitsbereichen, die inhaltlich mit den Arbeiten von Bordia verbunden sind.

Sowohl Bordia, Rödel wie auch Guillon sind Fellows der American Ceramic Society, der größten und mitgliederstärksten keramischen Fachvereinigung weltweit mit etwa 11.000 Mitgliedern. Dort arbeiten sie seit vielen Jahren daran, keramische Forschung und Innovation strategisch zu planen und weiterzuentwickeln, zum Beispiel durch gemeinsame Tagungen und Publikationen.

Zum Abschluss der Veranstaltung erklärte Dekan Götz die Absicht, zukünftig die Zusammenarbeit der Universitäten Clemson und Koblenz weiter zu vertiefen und zwischen den einzelnen Fachdisziplinen weitere Kooperationen aufzubauen.

Zur Person

Prof. Dr. Rajendra K. Bordia begann seine akademische Laufbahn in Indien, wo er 1979 seinen Bachelor-Abschluss (B. Tech.) im Fach Maschinenbau am renommierten Indian Institute of Technology (IIT) in Kanpur erlangte. Seine weiterführende Ausbildung absolvierte er an der Cornell University in Ithaca, New York. Dort erwarb er 1981 den Master of Science und schloss im Jahr 1986 seine Promotion (Ph. D.) im Bereich der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik erfolgreich ab.

Direkt im Anschluss an sein Doktorat wechselte Bordia in die Industrie und arbeitete von 1986 bis 1991 als Forschungswissenschaftler in der zentralen Forschungs- und Entwicklungsabteilung der DuPont Company in Wilmington, Delaware. Im Jahr 1991 kehrte er in den akademischen  Bereich zurück und nahm einen Ruf an die University of Washington in Seattle an. Dort lehrte und forschte er über zwei Jahrzehnte lang als Professor und leitete von 1998 bis 2005 das dortige Institut für Materialwissenschaften.

Im Jahr 2013 folgte  Bordia dem Ruf an die Clemson University in South Carolina. Dort übernahm er bis 2019 die Leitung des Instituts für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik und hält seit 2013 den prestigeträchtigen Stiftungslehrstuhl George J. Bishop, III Chair Professor für Keramik und Werkstofftechnik.

Parallel zu seiner Karriere in den USA baute Bordia internationale Brücken auf. Er verbrachte mehrere Forschungsaufenthalte in Deutschland, unter anderem am Forschungszentrum Jülich sowie an den Universitäten in Erlangen-Nürnberg und Koblenz. Diese enge Kooperation wurde unter anderem durch den renommierten Humboldt-Forschungspreis gewürdigt. Zudem engagiert er sich stark in der Wissenschaftsgemeinschaft: Er war Präsident der American Ceramic Society (ACerS), ist Chefredakteur der Fachzeitschrift Ceramics International und hat in seiner bisherigen Laufbahn über 190 Fachartikel sowie sechs Patente veröffentlicht.

Datum der Veröffentlichung
Fachlicher AnsprechpartnerProf. Dr. Dr. h.c. Peter Quirmbach
Universität Koblenz Universitätsstraße 1 56070 Koblenz
pquirmbach@uni-koblenz.de0261 287 2239
PressekontaktDr. Birgit Förg
Universität Koblenz Universitätsstraße 1 56070 Koblenz
birgitfoerg@uni-koblenz.de0261 287 1766