Talentschmiede Pflegewissenschaft: Zweitägige Promovend*innen-Konferenz zeigt beeindruckende Fortschritte – erstes Promotionsverfahren eröffnet

Teilnehmer*innen der zweitägigen Promovend*innen-Konferenz Pflegewissenschaft an der Universität Koblenz unter Leitung von Prof. Dr. Frank Weidner (5. v. l.) und Dr. Miriam Läpple (3. v. l.). Doktorand Markus Ungar-Hermann (3. v. r.) hat mit seiner Dissertation zur Pflege in strukturschwachen Regionen das erste Promotionsverfahren im Fach Pflegewissenschaft an der Universität Koblenz eröffnet. Bild: Universität Koblenz / Kathrin Pyrasch
Teilnehmer*innen der zweitägigen Promovend*innen-Konferenz Pflegewissenschaft an der Universität Koblenz unter Leitung von Prof. Dr. Frank Weidner (5. v. l.) und Dr. Miriam Läpple (3. v. l.). Doktorand Markus Ungar-Hermann (3. v. r.) hat mit seiner Dissertation zur Pflege in strukturschwachen Regionen das erste Promotionsverfahren im Fach Pflegewissenschaft an der Universität Koblenz eröffnet. Bild: Universität Koblenz / Kathrin Pyrasch
Promovend*innen der Pflegewissenschaft haben in einer zweitägigen Konferenz an der Universität Koblenz die Arbeitsstände und Erkenntnisfortschritte ihrer Vorhaben präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Unter dem Leitthema im Kolloquium „Professionalität und Gesundheitskompetenz“ werden von ihnen Perspektiven aus Bildung, Versorgung, Resilienz, Digitalität sowohl mit Blick auf Menschen und Familien mit Pflegebedarfen als auch mit Blick auf die professionelle Pflege untersucht.

Das Promotionskolloquium wird von Prof. Dr. Frank Weidner gemeinsam mit Dr. Miriam Läpple vom Institut für Pflegewissenschaft (IPW) im Fachbereich I: Bildungswissenschaften geleitet. Das erste Promotionsverfahren im Fach Pflegewissenschaft mit dem Thema der Versorgung in strukturschwachen Regionen ist von Markus Ungar-Hermann im Februar 2026 mit Einreichung seiner Dissertation eröffnet worden.

Acht Doktorand*innen und ein Habilitand der Pflegewissenschaft haben während der zweitägigen Konferenz ihre Vorhaben ausführlich präsentiert und zur Diskussion gestellt. Dabei ging es um Fragen pflegerischer Professionalität, etwa im Zusammenhang mit Community Mental Health Nursing, Pflegediagnostik, Selbstverortung und professioneller Identität im internationalen Vergleich sowie im Zusammenhang mit Digitalität in der Pflegepraxis. Verschränkt damit wurden Gegenstände im Kontext von Gesundheit wie etwa Resilienz, Salutogenese und Health Literacy auch in besonderen Kontexten von Demenz, Gewalt, Alter und Genderfragen. Übergreifende Aspekte von Entdeckungs-, Begründungs- und Verwertungszusammenhängen in den Forschungsvorhaben waren in den verschiedenen Diskussionen allgegenwärtig etwa mit Blick auf forschungsethische, methodische oder auch publikationsstrategische Ziele, Erfahrungen und Fragen.

Das Promotionskolloquium Pflegewissenschaft besteht seit 2023 am IPW und bietet ein strukturiertes Forum für Austausch und Vernetzung. Die Teilnehmenden treffen sich zweimal pro Semester virtuell, um ihre Forschungsprojekte vorzustellen, Fortschritte zu diskutieren und Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren. Ein besonderes Format ist die jährlich stattfindende, zweitägige Konferenz in Koblenz. Hier arbeiten die Promovend*innen intensiv in Präsenz zusammen, geben Einblicke in einzelne Arbeitsschritte und sich gegenseitig Feedback. Die kontinuierliche Zusammenarbeit des Kolloquiums mit dem IFGPZ der Universität Koblenz unterstützt die Promovend*innen begleitend in vielfältiger Weise.

Geschärft werden während der Konferenz nicht nur die persönlichen Argumentations- und Präsentationskompetenzen, sondern auch die Befähigung zum konstruktiven Umgang mit Kritik und zu kritischer Diskursentwicklung. Dies bezieht sich gleichermaßen auf jeweilige theoretische Grundlagen, methodische Implikationen und gesellschaftliche Einordnungen der bearbeiteten Gegenstände. Die Teilnehmenden im Kolloquium bringen vielfältige berufliche und persönliche Hintergründe mit: Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit tragen sie nicht selten Verantwortung in Leitungspositionen oder im Management von Pflegeeinrichtungen oder sind in Forschung und Lehre an Hochschulen in Deutschland tätig. Die Vereinbarkeit von Promotion, Beruf und Familie stellt eine besondere Herausforderung dar – umso wertvoller ist der umfassende Austausch im Kolloquium.

Ein weiterer Meilenstein im Kolloquium konnte nunmehr mit dem seit Februar 2026 laufenden, ersten Promotionsverfahren im Fach Pflegewissenschaft an der Universität Koblenz erreicht werden. Doktorand Markus Ungar-Hermann untersucht in seiner Dissertation, wie unterschiedliche Trägerschaften die pflegerische Versorgung in ländlichen und städtischen Regionen prägen und welche Auswirkungen dies auf Sozialräume und Versorgungsstrukturen in Deutschland hat. Sein Beispiel zeigt, welches Potenzial das Promotionskolloquium für die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses in der Pflegewissenschaft und für die Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen in Pflege und Gesundheit bietet.

Seit dem Wintersemester 2022/2023 befindet sich das IPW im Fachbereich I: Bildungswissenschaften im Aufbau und entwickelt kontinuierlich das Studienangebot weiter. Neben den Lehramtsstudiengängen Pflege an berufsbildenden Schulen auf Bachelor- und Masterniveau wird seit dem Wintersemester 2025/2026 auch das Basisfach Pflegewissenschaft im Zwei-Fach-Bachelor angeboten. Weitere Studiengänge sind in Vorbereitung bzw. Planung. Auch die Möglichkeiten zur Promotion werden erweitert.

Datum der Veröffentlichung
Fachlicher AnsprechpartnerProf. Dr. Frank Weidner
Universität Koblenz Universitätsstraße 1 56070 Koblenz
fweidner@uni-koblenz.de0261 287 2126