„Was wollt Ihr denn noch alles?!“: Alexandra Zykunov liest zum Internationalen Frauentag in Koblenz

Anlässlich des Internationalen Frauentags fand am 13. März im Historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz eine Lesung mit der Autorin und Journalistin Alexandra Zykunov statt. Eingeladen hatten die Universität Koblenz, die Hochschule Koblenz, die Stadt Koblenz sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Koblenz sowie ver.di Mittelrhein. Zahlreiche Interessent*innen folgten der Einladung; die Lesung war ausgebucht und bot Gelegenheit, über Gleichstellung und gesellschaftliche Machtstrukturen ins Gespräch zu kommen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Koblenz, Meike Baumann. In ihren Grußworten betonten die Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Hochschulen und Stadt die anhaltende Bedeutung des Internationalen Frauentags für Politik und Gesellschaft. Für die Gewerkschaften sprachen die Gewerkschaftssekretärinnen Edith Sauerbier vom DGB und Corinne Schneider von ver.di. Die Hochschulen wurden durch die Zentralen Gleichstellungsbeauftragten Dr. Tanja Gnosa von der Universität Koblenz sowie Anne Quander von der Hochschule Koblenz vertreten. Ein weiteres Grußwort sprach der Beigeordnete für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz, Ingo Schneider. Initiiert wurde die Veranstaltung von Maria Anton, Hochschule Koblenz.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Lesung aus dem Buch „Was wollt ihr denn noch alles?! Zahlen, Fakten und Absurditäten über unsere ach-so-tolle Gleichstellung“. Darin setzt sich Zykunov mit verbreiteten (Miss-)Verständnissen über Gleichstellung auseinander und zeigt anhand von Zahlen, Fakten und persönlichen Beobachtungen, wie tief strukturelle Ungleichheiten in vielen gesellschaftlichen Bereichen weiterhin verankert sind.
Zykunov griff zentrale Themen aktueller Gleichstellungsdebatten auf und machte deutlich, wie viele gesellschaftliche Strukturen noch immer an männlichen Lebensrealitäten orientiert sind. Anhand konkreter Beispiele aus Stadtplanung, Gesundheitswesen und Care-Arbeit zeigte sie, wie stark gesellschaftliche Entscheidungen und Strukturen den Alltag und die Chancen vieler Menschen prägen. Dabei wurde klar, dass Standards in Forschung und Medizin, die Gestaltung öffentlicher Räume oder unsichtbare Sorgearbeit oft einseitig an männlichen Lebensrealitäten ausgerichtet sind und dass die zentrale Bedeutung dieser Bereiche für das Funktionieren von Gesellschaft, Familien und Arbeitswelt nach wie vor häufig übersehen wird.
Den Abschluss bildete eine angeregte Diskussion mit dem Publikum. Es wurde deutlich, dass Fragen der Gleichstellung und gesellschaftlichen Teilhabe weiterhin eine hohe Relevanz besitzen und auch über den Rahmen der Lesung hinaus zum Austausch anregen.
Mit der Veranstaltung setzten die beteiligten Institutionen ein gemeinsames Zeichen für die Bedeutung von Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe und boten zugleich einen Anlass, aktuelle Debatten rund um Geschlechtergerechtigkeit weiterzuführen.
Hintergrund
Der Internationale Frauentag erinnert weltweit an die historischen Kämpfe um politische Teilhabe, gleiche Rechte und bessere Lebensbedingungen für Frauen. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 1910 zurück, als die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf einer internationalen Konferenz einen gemeinsamen Aktionstag vorschlug, um Forderungen nach Gleichberechtigung sichtbarer zu machen. Heute wird der Tag weltweit mit Veranstaltungen, Diskussionen und Aktionen begangen, die auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam machen und den Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit stärken.





