Lehramtsbezogener Masterstudiengang – Förderschule

Master of Education
Regelstudienzeit
3 Semester
Sprache
Deutsch
Format
Präsenz
Zulassungsbeschränkung
nein
Der lehramtsbezogene Masterstudiengang für das Lehramt an Förderschulen und inklusiven Schulen schließt an den entsprechenden Bachelorstudiengang an und zielt auf den Abschluss der ersten Staatsprüfung ab.

Übersicht

Neben dem allgemeinen Studienteil zu sonder- und inklusionspädagogischen Fragestellungen wählst du im förderpädagogischen Masterstudiengang zwei Schwerpunkte. Zur Auswahl stehen folgende:

  • Lernen
  • Ganzheitliche Entwicklung,
  • Sozial-emotionale Entwicklung
  • Sprache
AbschlussMaster of Education
Regelstudienzeit3
Studienbeginn
Wintersemester
Sommersemester
LehrspracheDeutsch
SchulartFörderschule
Zulassungsbeschränkungnein
ZulassungsvoraussetzungenAbgeschlossener Bachelor of Education mit entsprechendem lehramtsspezifischem Schwerpunkt an einer Universität in Rheinland-Pfalz oder einem vergleichbaren Abschluss

Inhalte und Aufbau

Aufbauend auf dem Bachelorstudiengang beschäftigst du dich in den drei Semestern des Masterstudiengangs in jedem der beiden gewählten Schwerpunkte jeweils eingehend mit Bildung, Erziehung und Entwicklung sowie mit Diagnostik und Lernprozessbegleitung (jeweils ein Didaktik- und ein Diagnostik-Modul pro Schwerpunkt). Damit erwirbst du alle notwendigen Grundlagen zur pädagogischen Arbeit in Unterricht, Förderung und Diagnostik.

Im allgemeinen Teil stehen Fragen der inklusiven Didaktik, der Schulentwicklung und der Beratung im Zentrum.

Neben dem Studium absolvierst du im Rahmen des Masterstudiengangs ein weiteres Vertiefendes Schulpraktikum (VP) im Umfang von 20 Unterrichtstagen.

Das Masterstudium endet mit einer Masterarbeit – entweder in den Grundlagen sonderpädagogischer Förderung oder in einem der beiden gewählten Schwerpunkte.

Der Abschluss wird als Erste Staatsprüfung anerkannt. Im Anschluss daran absolvierst du im Beamtenverhältnis (z. A. – zur Anstellung) den 18-monatigen Vorbereitungsdienst (das Referendariat), der mit der Zweiten Staatsprüfung abschließt.

Das erste Master-Modul „Schwerpunktübergreifende Grundlagen“ befasst sich mit Fragen der allgemeinen/inklusiven Didaktik sowie der inklusiven Schulentwicklung, die in allen sonderpädagogischen Schwerpunkten für die Arbeit an Schulen relevant sind. Du erhältst einen Einblick in wissenschaftliche und praktische Perspektiven auf den Umgang mit Heterogenität und die Reproduktion sozialer Ungleichheit im Schulsystem. International-vergleichende Perspektiven öffnen den Horizont dafür, wie man Schule anders denken könnte. Das Seminar zu Beratung und multiprofessioneller Kooperation bereitet auf die Diagnostik-Module in den Schwerpunkten vor. Dieses Modul ist für alle Studierenden verpflichtend.

Lernen:

Die Sonderpädagogik im Schwerpunkt Lernen widmet sich den pädagogischen Anforderungen, die aus Beeinträchtigungen des Lernens entstehen. Solche Beeinträchtigungen können durch verschiedenste Einflüsse entstehen. Von besonderer Bedeutung sind aber prekäre Lebenslagen (bspw. Armut, beengte Wohnsituation, unsichere Lebensverhältnisse, Erfahrungen von Gewalt, Vernachlässigung und Geringschätzung).

In prekären Lebenslagen können Schüler*innen Erfahrungen machen, die dazu führen, dass ihre Voraussetzungen (ihr Vorwissen und Können, ihre Interessen, Motivation, Aufmerksamkeit, ihre Orientierungen etc.) das schulische Lernen erschweren oder weitestgehend verhindern. Die schulischen Erwartungen und Anforderungen passen dann oft nicht zu den Schüler*innen, was wiederum dazu führt, dass sie im Verhältnis zu diesen Anforderungen als ungenügend fähig erscheinen.

Daraus folgt auch, dass die Schule selbst an der Beeinträchtigung des Lernens beteiligt sein kann, wenn sie bspw. Lernangebote macht, die für einzelne Schüler*innen nicht anschlussfähig sind; die also nicht zu den Schüler*innen passen. Die Sonderpädagogik im Schwerpunkt Lernen substituiert entsprechend die ungenügende pädagogische Passung der Regelschulen, indem sie individuelle Lernausgangslagen feststellt, individuelle Förderung plant und durchführt.

Sozial-emotionale Entwicklung:

Du studierst Förderpädagogik mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung und setzt dich mit den erschwerten Bedingungen gelingender Bildungs- und Entwicklungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen in herausfordernden Lebenslagen auseinander. Du analysierst individuelle Erlebens- und Verhaltensvoraussetzungen und entwickelst darauf aufbauend passgenaue Förderkonzepte. Dabei lernst du, soziale und emotionale Entwicklungsverläufe diagnostisch fundiert zu erfassen und professionell zu begleiten. Du reflektierst pädagogische Beziehungen und stärkst deine Handlungskompetenz im Umgang mit Auffälligkeiten im Verhalten und Erleben unter Berücksichtigung von Partizipation und Anerkennung. Du erwirbst Kompetenzen in Beratung, Kooperation und multiprofessioneller Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Eltern sowie weiteren Fachkräften. Zudem entwickelst du die Fähigkeit, schulische und außerschulische Unterstützungsstrukturen kritisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Gemäß Studienordnung qualifizierst Du dich dazu, pädagogische Prozesse theoriegeleitet zu planen, durchzuführen und zu evaluieren sowie zur aktiven Mitgestaltung inklusiver Bildungsprozesse beizutragen.

Ganzheitliche Entwicklung:

Im sonderpädagogischen Schwerpunkt Ganzheitliche Entwicklung setzt du dich mit der fachorientierten, altersgemäßen und entwicklungsgerechten Gestaltung von Bildung und Erziehung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auseinander. Zur Gewährleistung eines solchen individualpädagogischen (zieldifferenten) Zugangs spielen die prozessorientierte Bildungsplanung und Diagnostik als Grundlage der Unterrichtsplanung und -gestaltung ebenso eine wichtige Rolle wie die sensible Zusammenarbeit mit Eltern und die interdisziplinäre inner- wie außerschulische Kooperation.

Dazu beschäftigst du dich u. a. mit didaktischen und methodischen Schwerpunkten des Unterrichts unter curricularer Orientierung (u.a. Sachunterricht, Deutsch und Mathematik, Musik) wie auch dem Diagnostizieren und Begutachten, der Förderplanung und Erstellung von Förderkonzepten, dem Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen sowie Kommunikationsmöglichkeiten, -entwicklung und -förderung.

Du erwirbst Kompetenzen z. B. in der Adaption allgemeiner Bildungsziele, der Gestaltung differenzierten und inklusiven Unterrichts, der ganz spezifischen Förderung im Kontext komplexer Behinderung, der Diagnostik, Förderplanung und Erstellung von Fallstudien sowie der Kommunikationsförderung.

Sprache:

Welche Rolle spielt Sprache für Lernen, Bildung und Teilhabe? Wie entwickeln sich sprachliche und metakognitive Fähigkeiten, und wie kann Sprachförderung Kommunikation und Teilhabe am Unterrichtsgeschehen stärken? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im Schwerpunkt Sprache und Inklusion in Lehre und Forschung.

Mit der Wahl dieses Schwerpunkts lernst du Bildungsprozesse mit dem Fokus auf Sprache und Inklusion zu betrachten, individuelle Lernvoraussetzungen zu erfassen und Unterricht passend dazu zu gestalten. Im Studium setzt du dich mit Mehrsprachigkeit, Literacy, Sprachdiagnostik und Sprachförderung für Schüler*innen mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf auseinander. Dabei fließen aktuelle Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Sprachentwicklung, Lernentwicklung, Unterrichtsteilhabe und Bildungserfolg direkt in die Lehre ein.


Deine Perspektiven

Um als Lehrkraft im Beamtenverhältnis an staatlichen Schulen zu unterrichten, musst du nach dem Masterstudiengang den 18-monatigen Vorbereitungsdienst absolvieren. Informationen zum Bewerbungsverfahren zum Vorbereitungsdienst und zu den Standorten der Studienseminare findest du auf diesen Seiten:

https://secure2.bildung-rp.de/VD/vd_bewStart.asp

Informationen zu den aktuellen beruflichen Aussichten und zur Verbeamtung, den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und dem Bewerbungsverfahren findest du auf den Seiten Lehrerin und Lehrer werden des Ministeriums für Bildung.


Warum Lehramt auf Förderschule in Koblenz studieren?

Den praxisorientierten und an aktuellen Entwicklungen der inklusiven Beschulung orientierten Masterstudiengang absolvierst du im jungen und zugewandten Institut für Förderpädagogik. Deine Perspektiven und Wünsche sind gefragt, nutze die persönliche Atmosphäre und die Möglichkeiten zur Beteiligung.


Persönliche Voraussetzungen

Für das Studium solltest du Interesse an der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbunden mit der Auseinandersetzung mit deren Beeinträchtigungen mitbringen. Im Schulalltag sind neben Fachlichkeit insbesondere Belastbarkeit, Geduld und Empathie gefragt, für die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften und Eltern werden Kommunikationsfähigkeit und Strategien zur Problemlösung benötigt.


Informationen zur Bewerbung

Abgeschlossener lehramtsbezogener Bachelorstudiengang oder vergleichbarer Abschluss.

Alle Informationen zu deiner Bewerbung für den Masterstudiengang findest du hier.



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