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Jahresthemen des ZfL

Mit dem Bildungsjahr 2026/27 startet das ZfL eine neue Tradition: Erstmals bündeln wir unsere Veranstaltungen, Netzwerkaktivitäten und Projekte unter einem gemeinsamen Jahresthema. Damit schaffen wir einen Rahmen, um Expertise zusammenzubringen, Synergien zu nutzen und zentrale Bildungsfragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

Expertise zusammenbringen, Perspektiven verbinden

Jahresthema 2026/27: Sprachliche Bildung

Wie können wir sprachliches und fachliches Lernen zusammendenken? Wie kann man Mehrsprachigkeit als Ressource nutzen? Und wie bereiten wir zukünftige Lehrkräfte darauf vor, sprachliche Vielfalt professionell zu gestalten?

Mit unserem ersten ZfL-Jahresthema „Sprachliche Bildung“ möchten wir im Bildungsjahr 2026/27 Expertise zusammenbringen und Perspektiven verbinden sowie gemeinsam Bewährtes austauschen und Neues entwickeln.

Das Lernen und Lehren mit und von Sprache(n) weiter:denken!

Den Auftakt macht „Sprachliche Bildung“, die sehr bewusst in ihrer ganzen Breite gedacht wird: vom sprachsensiblen Fachunterricht über Deutsch als Zweit- und Fremdsprache, Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenbildung bis hin zu Fach- und Bildungssprache, Sprach(en)förderung und sprachlicher Inklusion.

Sprachen sind nicht nur Gegenstand des Lernens, sondern Medium, Werkzeug und Voraussetzung von Bildung. Wir erklären, fragen, argumentieren, lesen, schreiben, diskutieren und erschließen uns fachliche Zusammenhänge mit und durch Sprache(n). Ob Schüler*innen einen mathematischen Lösungsweg begründen, eine naturwissenschaftliche Beobachtung beschreiben oder eine historische Quelle interpretieren: Sprachliche Anforderungen sind immer auch Teil des fachlichen Lernens. Sprachliche Bildung betrifft deshalb nicht nur den Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht und richtet sich nicht nur an einzelne Gruppen von Lernenden: Sie ist vielmehr eine Querschnittsaufgabe aller Fächer und aller Phasen der Lehrkräftebildung.

Damit greift das ZfL ein Thema auf, das für Bildungserfolg und Bildungsteilhabe von Schüler*innen ebenso zentral ist wie für die Professionalisierung zukünftiger Lehrkräfte. Denn fachliches und sprachliches Lernen sind eng miteinander verbunden. Auch in Rheinland-Pfalz wird Sprachförderung als Aufgabe über einzelne Fächer hinaus verstanden. Gleichzeitig zeigt gerade der Blick auf die Lehrkräftebildung, wie wichtig es bleibt, vorhandene Ansätze miteinander zu verbinden und Sprachbildung fächer- und phasenübergreifend und nachhaltig zu verankern. Bereits bestehende Angebote zur Qualifizierung im Umgang mit sprachlicher Heterogenität setzen hier an (Beispiele: u.a. BISS (Bildung durch Sprache und Schrift); Zertifikat Sprachbildung und DaFZ (Deutsch als Fremd- und Zweitsprache) an der Universität Koblenz; DaZ-Qualifizierung am Pädagogischen Landesinstitut RLP).

Sprachliche Bildung ist vielfältig

Unter unserem Jahresthema möchten wir unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und miteinander ins Gespräch bringen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

  • Sprachliches & fachliches Lernen: Wie können sprachliches und fachliches Lernen zusammengedacht werden, in Mathematik genauso wie in Geschichte, Biologie, Sport oder Kunst? 
  • Sprach(en)sensibler Fachunterricht: Wie erkennen Lehrkräfte sprachliche Anforderungen ihrer Fächer bzw. sprachliche Bedürfnisse ihrer Lernenden? Wie können sie ihre Lernenden beim Verstehen, Erklären, Argumentieren oder Schreiben unterstützen? 
  • Mehrsprachigkeit: Wie können die Sprachen und sprachlichen Erfahrungen von Lernenden als Ressource für Lern- und Bildungsprozesse genutzt werden? 
  • DaF/DaZ & Sprachförderung: Welche gezielten Unterstützungsangebote benötigen Lernende in unterschiedlichen Phasen ihres Spracherwerbs? 
  • Fremd-, Fach- & Bildungssprachen: Welche sprachlichen Kompetenzen benötigen Lernende, um fachlich handeln und an Bildungsprozessen teilhaben zu können? 
  • Inklusion & sprachliche Heterogenität: Wie kann Unterricht unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen berücksichtigen und Teilhabe ermöglichen? 
  • Lehrkräftebildung: Was müssen angehende Lehrkräfte aller Fächer über Sprache, Mehrsprachigkeit und sprachliches Lernen wissen und können? 
  • Forschung, Praxis & Transfer: Welche Konzepte bewähren sich und wie gelangen wissenschaftliche Erkenntnisse nachhaltig in Unterricht, Hochschule und Lehrkräftebildung? 

Gerade diese Breite ist uns wichtig: Sprachliche Bildung ist mehr als DaZ und mehr als eine Aufgabe der sprachlichen Fächer. 

Gemeinsam weiter:denken im Netzwerk

Mit dem Jahresthema setzt das ZfL einen inhaltlichen Schwerpunkt für zwei Semester. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Lehrenden der Universität Koblenz sowie Partner*innen aus der schulischen Praxis möchten wir Fragen sprachlicher Bildung vertieft bearbeiten, bestehende Ansätze miteinander verbinden und neue Perspektiven entwickeln. 

Im Wintersemester 2026/27 und im Sommersemester 2027 bringen wir dazu Beiträge aus Forschung, Lehre und Praxis zusammen. Forschungs- und Lehrprojekte sowie Kooperationen mit Schulen, Studienseminaren oder anderen Bildungsakteur*innen gehören ebenso dazu wie Workshops, Vorträge, Tagungen und Diskussionsformate. Die Beiträge sollen aufeinander Bezug nehmen und eine kontinuierliche Auseinandersetzung ermöglichen: Welche Erkenntnisse lassen sich zusammenführen? Wo bleiben Fragen offen? Und welche Ansätze möchten wir gemeinsam weiterentwickeln?

Gestalten Sie das Jahresthema mit: Sie beschäftigen sich in Forschung, Lehre oder schulischer Praxis mit sprachlicher Bildung? Sie haben eine Idee, ein Projekt oder eine Veranstaltung, die zu unserem Jahresthema passt?

Dann bringen Sie Ihre Perspektiven und Ideen in unser Jahresthema ein. Wir möchten Beiträge aus Forschung, Lehre und Praxis miteinander in Beziehung setzen, gemeinsame Fragen vertiefen und die Auseinandersetzung mit sprachlicher Bildung über beide Semester hinweg weiterführen.

→ Wenn Sie Fragen, Ideen oder Veranstaltungen einbringen möchten, melden Sie sich gern unter: zfl-veranstaltungen@uni-koblenz.de

Höhepunkte zum Jahresthema