S!C - „Vorenthaltene Lehre durch Binnendifferenzierung“ (Koßmann)

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Gastvortrag von Raphael Koßmann am 04.02.2026 im S!C.

„Vorenthaltene Lehre durch Binnendifferenzierung: Rekonstruktion des Reaktionsmusters einer zieldifferent unterrichteten Schülerin“

Gruschkas Ansatz − Unterricht sequenzanalytisch und durch die theoretische Brille der 'einheimischen Begriffe', Erziehung, Bildung und Didaktik, zu untersuchen − lässt sich auch auf Unterricht an der Förderschule und insb. auf inklusiven Unterricht erkenntnisreich anwenden. Zumindest qualitativ empirisch blieb jedoch bislang die Perspektive von inklusiv, d.h. insb. sowohl zielgleich als auch zieldifferent unterrichteten Schüler*innen unterbelichtet. Pollmans Ansatz zur Untersuchung von Aneignungsweisen bietet hier einen vielversprechenden Anschluss. Zugleich zeigen sich Grenzen der Anwendbarkeit der o.g. klassisch-pädagogischen Begriffe bzgl. einer empirisch ausreichend offenen Erschließung, wie insb. zieldifferent unterrichtete Schüler*innen sich zum erlebten Unterricht positionieren. Im Kolloquium sollen Skizzen erfolgen, wie sich Gruschkas Forschungsdesign auf inklusions- und sonderpädagogische Fragen anwenden lässt und darüber hinaus gezeigt werden, dass es methodischer und theoretischer Offenheit bedarf (insb. Nutzung von Mixed-Methods-Ansätzen sowie theoretischen Anleihen bei psychodynamischen Abwehrmechanismen), um angemessen erforschen zu können, wie Schule auf nicht nur leistungsheterogene, sondern auch persönlichkeitsbezogen individuelle Heranwachsende im positiven wie im negativen Sinn subjektbildend wirkt.