Gastvortrag an der Universität Koblenz: Dr. Sibel Ercan beleuchtet Popmusik als Spiegel gesellschaftlichen Wandels

Dr. Sibel Ercan während des Gastvortrags
Dr. Sibel Ercan während des Gastvortrags an der Universität Koblenz, organisiert vom Arbeitsbereich Allgemeine Erziehungswissenschaft des Instituts für Pädagogik
Im Rahmen eines Gastvortrags an der Universität Koblenz zeigte Dr. Sibel Ercan auf, wie Popmusik gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegelt und Debatten über Identität, Kultur und sozialen Wandel prägt. Der Vortrag bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in die gesellschaftliche Bedeutung populärer Musik.

Pädagogik und Musik

Wie prägen Musik und Medien gesellschaftliche Entwicklungen? Welche Rolle spielt Popmusik als Spiegel kultureller Identitäten, politischer Aushandlungsprozesse und sozialen Wandels? Diesen Fragen widmete sich Dr. Sibel Ercan von der Tekirdağ Namık Kemal University im Rahmen eines mehrtägigen Gastaufenthalts an der Universität Koblenz. Mit Vorträgen und Workshops eröffnete sie den Studierenden neue Perspektiven auf das Zusammenspiel von Kultur, Demokratie und Gesellschaft und gab zugleich wertvolle Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Debatten aus der Türkei und Europa.

Dr. Ercan hielt einen englischsprachigen Gastvortrag mit dem Titel „The Medium and Popular Music: Decoding Industrial Shifts, Society, and Culture in the 21st Century“. Darin zeigte sie auf, wie sich Popmusik nicht nur als kulturelles Phänomen, sondern auch als Medium gesellschaftlicher Kommunikation verstehen lässt. Anhand ausgewählter Beispiele verdeutlichte sie, wie Musik gesellschaftliche Umbrüche widerspiegelt und zugleich selbst zur Gestaltung sozialer und kultureller Entwicklungen beiträgt.

Neben dem Gastvortrag leitete Dr. Ercan einen Workshop zum Thema „Democracy and Society“. Gemeinsam mit den Studierenden diskutierte sie aktuelle Herausforderungen demokratischer Gesellschaften, die Bedeutung öffentlicher Räume für politische Teilhabe sowie die Rolle von Musik und Literatur als Ausdruck gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Anhand internationaler und insbesondere türkischer Beispiele wurde deutlich, wie kulturelle Ausdrucksformen gesellschaftliche Veränderungen begleiten, politische Debatten aufgreifen und Räume für demokratischen Diskurs eröffnen können. Das interaktive Workshopformat stieß auf großes Interesse und regte zu einer engagierten Diskussion über Demokratie, Meinungsfreiheit und kulturelle Vielfalt an.

Dr. Ercan ist Lehrende an der Tekirdağ Namık Kemal University und promovierte im Fach Kommunikationswissenschaft an der Marmara University in Istanbul. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Kommunikations-, Kultur- und Literaturwissenschaft. Sie forscht insbesondere zu Populärmusik als Form gesellschaftlicher Kommunikation sowie zu Medien, öffentlichem Raum, Kultur und gesellschaftlichem Wandel.

Der Gastaufenthalt wurde von Prof. Dr. Thorsten Fuchs initiiert und organisiert. Er ist Inhaber der Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE). Seit vielen Jahren engagiert sich Professor Fuchs für die internationale Vernetzung der Erziehungswissenschaft. Nach bestehenden Kooperationen u. a. mit Südkorea baut er derzeit gezielt Kontakte in die Türkei aus. Der Besuch von Dr. Ercan soll Auftakt einer längerfristigen Zusammenarbeit zwischen der Universität Koblenz und der Tekirdağ Namık Kemal University sein, perspektivisch auch im Rahmen einer Erasmus+-Partnerschaft.

„Internationale Kooperationen eröffnen neue wissenschaftliche Perspektiven und ermöglichen Studierenden, unterschiedliche kulturelle und gesellschaftliche Sichtweisen kennenzulernen. Der Besuch von Dr. Ercan war hierfür ein wichtiger Impuls“, betont Prof. Dr. Thorsten Fuchs.

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