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Motivationspsychologisches Wissen und dessen Umsetzung im Referendariat
Eine empirische Untersuchung zur Bedeutung der Selbstbestimmungstheorie in der Lehrkräftebildung an berufsbildenden Schulen
Das Promotionsprojekt untersucht die Rolle motivationspsychologischen Wissens im Referendariat, mit besonderem Fokus auf die Selbstbestimmungstheorie (SDT). Während das Motivationswissen von Lehramtsstudierenden und ausgebildeten Lehrkräften bereits mehrfach empirisch untersucht wurde, ist bislang unklar, wie dieses Wissen in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung ausgeprägt ist und in welchem Ausmaß es sich im professionellen Handeln der Lehramtsanwärter*innen niederschlägt. Der Vorbereitungsdienst stellt eine zentrale Übergangs- und Entwicklungsphase dar, in der theoretische Konzepte und schulpraktische Anforderungen unmittelbar aufeinandertreffen und ein besonders hohes Potenzial für nachhaltige Professionalisierungsprozesse bieten.
Teilprojekt 1: Wissensbestände und theoretische Orientierungen
Das erste Teilprojekt erfasst die Kenntnisse, Überzeugungen und die wahrgenommene Relevanz motivationspsychologischer Theorien bei Lehramtsanwärter*innen. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit die Grundannahmen der Selbstbestimmungstheorie – Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit – verstanden, differenziert reflektiert und als bedeutsam für die Unterrichtsgestaltung wahrgenommen werden. Ziel ist es, ein empirisch fundiertes Bild über vorhandene Wissensbestände und mögliche Wissenslücken zu gewinnen.
Teilprojekt 2: Umsetzung motivationsförderlicher Prinzipien im Unterricht
Im zweiten Teilprojekt wird analysiert, inwiefern theoretisch verankerte motivational unterstützende Prinzipien im Unterrichtshandeln der Lehramtsanwärter*innen sichtbar werden. Der Fokus liegt auf der Passung zwischen verfügbaren Wissensbeständen und tatsächlicher Umsetzung sowie auf den strukturellen und situativen Bedingungen des Referendariats, die die Nutzung motivationsförderlicher Strategien begünstigen oder erschweren.
Teilprojekt 3: Implikationen für die Lehrkräftebildung im Vorbereitungsdienst
Das dritte Teilprojekt verbindet die Befunde der vorherigen Untersuchungen und leitet daraus konkrete Implikationen für die zweite Phase der Lehrkräftebildung ab. Gemeinsam mit Akteur*innen des Vorbereitungsdienstes wird untersucht, welche curricularen, organisationalen und beratungsbezogenen Rahmenbedingungen motivationspsychologische Kompetenzentwicklung unterstützen. Ziel ist es, Ansatzpunkte für eine nachhaltige Verankerung motivationsbezogener Inhalte im Vorbereitungsdienst zu identifizieren und empirisch zu begründen.
Zielsetzung und Beitrag
Die Dissertation trägt zur Professionsforschung bei, indem sie systematisch beleuchtet, wie motivationales Wissen im Übergang zwischen Studium und schulischer Praxis wirksam wird. Sie schließt eine zentrale Forschungslücke im Bereich der beruflichen Bildung und liefert praxisrelevante Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, motivationsförderliche Unterrichtsprozesse gezielt zu stärken und angehende Lehrkräfte beim Aufbau bedürfnisorientierter Handlungskompetenzen zu unterstützen.
Betreuung: Prof. Dr. Anja Schiepe-Tiska





