Naturwissenschaftliche Bildung inklusiv weiter:denken – NinU-Netzwerk tagt erstmals an der Universität Koblenz

Vom 14. bis 16. September 2026 fand die 23. Tagung des Netzwerks inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (NinU) an der Universität Koblenz statt. Unter dem Tagungsthema „Interdisziplinär Grenzen überwinden: Barrieren und Partizipation in naturwissenschaftlicher Lehre und Forschung“ brachte die Tagung Vertreter*innen aus elf Hochschulen und sieben Disziplinen zusammen, darunter Biologie-, Chemie-, Physik-, Naturwissenschafts- und Sachunterrichtsdidaktik sowie Sonderpädagogik und Erziehungswissenschaft. Die Teilnehmenden spiegelten die fachliche Breite des nationalen Austauschs zu Fragen inklusiver naturwissenschaftlicher Bildung wider. Ausgerichtet wurde die Tagung von der Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie unter der Leitung von Prof.in Dr.in Finja Grospietsch und Mitarbeiterin Kerstin Haastert (Universität Koblenz) in enger Zusammenarbeit mit den Netzwerk-Sprecher*innen Prof.in Dr.in Lisa Stinken-Rösner von der Universität Bielefeld, J.Prof.in Dr.in Silvia Fränkel von der Universität zu Köln und Florian List von der Leuphana Universität Lüneburg.
23. NinU-Tagung an der Universität Koblenz
Prof.in Dr.in Anja Schiepe-Tiska, geschäftsführende Leiterin des Zentrums für Lehrkräftebildung an der Universität Koblenz, eröffnete die Tagung mit einem Grußwort. Mit Blick auf die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie im Bereich der naturwissenschaftlichen Kompetenzen betonte sie die Relevanz der Arbeit des Netzwerks für eine inklusivere Bildung in den schulischen MINT-Fächern.
Den inhaltlichen Auftakt bildete die Keynote „Fachunterricht im Spiegel inklusionspädagogischer Ansätze – oder: Die Suche nach dem Gemeinsamen“ von Prof. Dr. Andreas Köpfer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Wie kann inklusiver Unterricht gestaltet werden, der sowohl individuelle Bedürfnisse berücksichtigt als auch gemeinsames Lernen ermöglicht? Dieser Frage widmete sich der Referent aus unterschiedlichen Perspektiven und stellte verschiedene inklusionspädagogische Ansätze mit ihren Potenzialen und Spannungsfeldern für das gemeinsame Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht heraus. Der Keynote-Vortrag war an das Forschungskolloquium des Zukunftsforums Lehrkräftebildung weiter:denken angebunden und damit für alle Universitätsangehörigen geöffnet.
In den anschließenden Beiträgen wurden unterschiedliche Fachperspektiven näher beleuchtet. Bianka Carrier von der Universität Vechta gab Einblicke in den Einsatz von Digital Gamification im inklusiven naturwissenschaftlichen Sachunterricht. Dr.in Ronja Sowinski vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) stellte Ansätze für ein inklusive(re)s Experimentieren und Modellieren im Biologieunterricht vor. Beide eingeladenen Vorträge wurden durch das „Carl-Zeiss-Stiftung MINT-Forum für interdisziplinären Dialog“ ermöglicht.
Im Zusammenspiel mit den weiteren Programmpunkten der Tagung, darunter auch eine Standortvorstellung durch die AG Didaktik der Biologie der Universität Koblenz, wurde deutlich, dass die inklusive naturwissenschaftliche Bildung in Unterricht, MINT-Lehrkräftebildung und fachdidaktischer Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt und dass der interdisziplinäre Dialog – wie ihn die Universität Koblenz in Forschung, Lehre und Transfer lebt – eine zentrale Voraussetzung dafür ist, Lehrkräftebildung zeitgemäß zu gestalten und die Teilhabemöglichkeiten aller Schüler*innen im MINT-Unterricht zu verbessern.
Netzwerk inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (NinU)
Das Netzwerk inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht (NinU) engagiert sich für die Teilhabe aller Schüler*innen an naturwissenschaftlicher Bildung. Es ist eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB) im Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) sowie der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (GDCP). Kennzeichnend für das Netzwerk ist seine interdisziplinäre Ausrichtung. Es vereint Forschende und Lehrende unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich gemeinsam für die Weiterentwicklung einer inklusiven naturwissenschaftlichen Bildung einsetzen. Die jährliche NinU-Tagung findet seit 2016 an wechselnden deutschen Hochschulen statt und bietet über die einzelnen inhaltlichen Beiträge hinaus viel Raum für die Entwicklung standortübergreifender Fragestellungen und eine gemeinsame Weiterentwicklung des Forschungsfeldes.






