TRUST-lab

Das TRUST-lab widmet sich Vertrauen, Misstrauen, Verlässlichkeit und Kindeswohl im Arbeitsbereich Förderpädagogik mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse an der Universität Koblenz und damit einem zentralen Thema pädagogischen Handelns: der Frage, wie Vertrauen entsteht, wie es geschützt werden kann und wie pädagogische Fachkräfte mit Misstrauen, Grenzerfahrungen und Verantwortung zum Wohl von Kindern und Jugendlichen umgehen.

In Forschung, Lehre und Praxisentwicklung untersuchen wir die Bedeutung von Verlässlichkeit und Beziehungskontinuität im Leben von Kindern und Jugendlichen – besonders in vulnerablen Lebenslagen. Unser Ziel ist es, pädagogische Räume zu gestalten, in denen Kinder Sicherheit, Wertschätzung und Entwicklung erfahren können.

Das TRUST-lab verbindet wissenschaftliche Analyse mit praktischer Umsetzung: Wir entwickeln Forschungsvorhaben und führen diese durch, bieten Fortbildungen und Beratung an und entwickeln Modelle zur Stärkung verlässlicher pädagogischer Beziehungen. Damit leisten wir einen Beitrag zur Professionalisierung im Bereich der Sonderpädagogik und zum Schutz des Kindeswohls.

Profil und Motivation

Vertrauen gilt als Grundbedingung für Lernen und Beziehung, doch in pädagogischen Feldern begegnen wir oft Misstrauen, Belastung und Unsicherheit. Diese Spannungslinien fordern Forschung, Reflexion und professionelles Handeln.

Das TRUST-lab versteht sich als interdisziplinäres Zentrum, das Fragen der emotionalen Sicherheit und Beziehungsgestaltung aus sonderpädagogischer Perspektive erforscht. Unsere Arbeit vereint sonderpädagogische, psychologische, sozialpädagogische, aber auch rechtliche Sichtweisen, um professionelles Handeln in komplexen Schutz- und Unterstützungssystemen zu stärken.

Fachlicher Hintergrund

Die Arbeitsstelle ist im Arbeitsbereich Förderpädagogik mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse angesiedelt. Sie knüpft an bestehende Forschung zu Beziehungsgestaltung, Emotionalität und professioneller Haltung an und erweitert diese um systemische und kinderschutzbezogene Aspekte.

Ziele und Tätigkeiten

  • Durchführung empirischer und theoretischer Studien zu Vertrauen, Misstrauen, Verlässlichkeit und Kindeswohl.
  • Entwicklung von Fortbildungen und Praxismodellen zur Förderung verlässlicher Beziehungen.
  • Kooperation mit Schulen, Jugendhilfe und internationalen Forschungspartnern.
  • Förderung von Nachwuchswissenschaftler:innen und Qualifikationsarbeiten.

Publikationen zu Vertrauen, Misstrauen, Verlässlichkeit

Müller, T. (2012) Ersehnte Sicherheit und notwendige Verunsicherung Anmerkungen zu einem pädagogisch relevanten Verhältnis in der Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Behinderte Menschen, 35, 12 – 21.

Jahn, A.-C. & Müller, T. (2013). „Ach, da ist nicht viel los!“ Die Relevanz von Vertrauen im Alltag chronisch psychisch erkrankter Erwachsener. Sozialpsychiatrische Informationen, 43 (3), 28 – 33.

Müller, T. (2014). Vertrauen und Bindung. Divergierende Konzepte für die Pädagogik bei Verhaltensstörungen. Behinderte Menschen, 6, 49 – 58.

Müller, T. (2017). „Ich kann niemandem mehr vertrauen.“ Konzepte von Vertrauen und ihre Relevanz für die Pädagogik bei Verhaltensstörungen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Müller, T. (2018). Vertrauen oder Verlässlichkeit? Behinderte Menschen, 4-5, 33 – 36.

Müller, T. (2019). „Hör‘ auf mich, glaube mir. Augen zu, vertraue mir!“. Spuren, 3, 51.

Müller, T. (2019). Akzeptierte Verletzbarkeit? Zum Verhältnis von Vulnerabilität und Vertrauen im Kontext verhaltensauffälliger Kinder und Jugendlicher. Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, 88 (4), 291-303.

Birk, A-T., Mohrmann, S. & Müller, T. (2019). Vertrau mir, Mama! Überprüfung des Urteils von Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung zu Vertrauen als Einstellung. Zeitschrift für Heilpädagogik, 11 (70), 572-580.

Langer, J. & Müller, T. (2019). Verlässlichkeit – ein handlungsleitendes Prinzip für die Schülerschaft mit emotional-sozialem Förderbedarf. Einsichten aus bindungs- und vertrauenstheoretischer Sicht. Sonderpädagogische Förderung heute, 64 (4), 392-403.

Müller, T. (2020): „Wenn du jemandem vertraust, gibst du ihm damit ein Schwert in die Hand…“ Zur fragwürdigen Bedeutung von Vertrauen in der sonderpädagogischen Praxis mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Spuren, 2, 4-9.

Dlugosch, A., Müller, T. & Stein, R. (2020): Macht, Moralität und Vertrauen – zu grundlegenden Verhältnissen des Erzieherischen. In S. Ginglmaier, J. Langer, W. Bleher, U. Fickler-Stang, L. Dietrich & B. Herz (Hrsg.), ESE – Emotionale und Soziale Entwicklung in der Pädagogik der Erziehungshilfe und bei Verhaltensstörungen. Heft 2: Macht und Ohnmacht in der Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen (S. 92 – 106). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Zimmermann, D., Müller, T, Langer, J. & Gingelmaier, S. (2021): Perspektiven der Pädagogik bei psychosozialen Beeinträchtigungen auf Beziehungserfahrungen und den sozialen Ort Schule in Zeiten der Pandemie. In Zeitschrift für Heilpädagogik. (72) 5, 259-261

Müller, T. (2021): Vertrauen oder Verlässlichkeit? Wie Lehrkräfte über Spezifika der pädagogischen Beziehung zu verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen urteilen. In Zeitschrift für Heilpädagogik. (72) 6, 276-286

Müller, T. (2021): Epistemisches Vertrauen in seiner Bedeutung für die Pädagogik bei Verhaltensstörungen. In Menschen, Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten. (5), S. 19-28

Hünig, K. & Müller, T. (2021): Essstörungen als Ausdruck verlorenen Grundvertrauens. In Menschen, Zeitschrift für gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten. (5), S. 37-46

Müller, T. (2023): Krise, Verunsicherung, Misstrauen.? Pädagogische Institutionen als Orte der Verlässlichkeit. In: d. Zimmermann, L. Dietrich, J. Hofman, J. Hokema (Hrsg.): Soziale Krisen und ihre Auswirkungen auf Familien, pädagogische Professionalität und Organisationen. Schriftenreihe der DGfE-Kommission Psychoanalytische Pädagogik. Opladen, Berlin, Toronto: Budrich. S. 191-201

Müller, T. (2024): „Augen zu, vertraue mir!“ Vertrauen – die Schlange Kaa in pädagogischen Beziehungen. In proJugend (1), S.4 – 7

Müller, T. & Klein, M. (2025): Verratenes Vertrauen -- vertrauter Verrat. Verratstraumata als Herausforderung für pädagogische Beziehungen. In VHN 94. Jg. (4), S. 258 – 266

2026: Interview mit Frontline Magazine, Indien: Why we can’t control trust. https://www.youtube.com/watch?v=Bup4gR52nnU

https://frontline.thehindu.com/interviews/trust-risk-thomas-muller-internet-social-media-interview/article70647198.ece