Kaffeekultur als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen
Ausgehend von alltäglichen Konsumgewohnheiten setzten sich die Teilnehmenden zunächst mit der Frage auseinander, welche Rolle Kaffee im eigenen Leben spielt. Dabei wurde deutlich, dass der steigende Kaffeekonsum und die damit verbundenen persönlichen Gewohnheiten Aspekte unserer individualisierten Gesellschaft widerspiegeln. Anschließend standen Anbaubedingungen, Verarbeitungsprozesse und Herausforderungen im globalen Handel im Mittelpunkt. Anhand handelsüblicher Produktverpackungen konnten die Anbauländer digital kartiert und die klimatischen Voraussetzungen des globalen Kaffeegürtels mithilfe einer Story-Map veranschaulicht werden. Die Karte verdeutlichte exemplarisch, dass die Rohkaffeeproduktion im globalen Süden oft mit harter Handarbeit und geringen Löhnen verbunden ist, während in den führenden Industrieländern durch die Röstung von Spezialitätenkaffees hohe Gewinne erzielt werden.
Team Arabica oder Team Robusta? Ein besonderes Element der Werkstatt war eine multisensorische Übungseinheit: Die Teilnehmenden erlebten die Unterschiede zwischen den beiden Kaffeesorten durch Tasten und Sehen der Rohware, Riechen von gerösteten Bohnen und Schmecken des handwerklich gebrühten Reinsortenkaffees.
Die didaktische Werkstatt sensibilisierte die Teilnehmenden für einen bewussteren Konsum und regte an, über eine nachhaltigere Gestaltung des persönlichen (Konsum-)Alltags nachzudenken. Der Workshop war im Sinne des Third-Place-Gedankens als offener Lernraum konzipiert, der Erfahrungsaustausch ermöglichte, Perspektivwechsel förderte und zur aktiven Beteiligung anregte. Am Ende des Workshops wurde das Konzept des Third-Place gedanklich auf Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen übertragen. So konnten die Teilnehmenden nicht nur über nachhaltigen Konsum reflektieren, sondern auch erkennen, wie Bildungseinrichtungen als demokratische Räume für gemeinsames Lernen, persönliche Verantwortung und gesellschaftliches Engagement gestaltet werden können.

"Kaffee-Utensilien im Einsatz: Florian Johann und Thomas Brühne bei den Vorbereitungen der Kaffee-Werkstatt“ (Foto: M. Dittgen)




