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Aktuelles und Berichte des Potentialbereichs „Transition und Transgression: Fluide Geschlechterbewegungen“

„Geschlecht in Bewegung“ bei der Nacht der Forschung 2026

Stand des Potentialbereichs „Transition und Transgression: Fluide Geschlechterbewegungen“ bei der Nacht der Forschung am 08. Juli 2026

Unter dem Motto „Forschung vernetzt! Gemeinsam weiter:denken für die Zukunft“ hat die Universität Koblenz am 08. Juli 2026 zum dritten Mal zu einer Nacht der Forschung eingeladen. Der Potentialbereich „Transition und Transgression: Fluide Geschlechterbewegungen“ war mit einem eigenen Stand vertreten.

An zehn Stationen zu „Geschlecht in Bewegung. Übergänge, Überschreitungen und das Dazwischen“ erhielten die Besucher*innen Einblicke in die Themen des Potentialbereichs. 

Interessierte konnten an einer Hörstation einen Ausschnitt aus dem „Ave Maria“ von Bach und Gounod anhören, gesungen von Alessandro Moreschi (1858–1922). Moreschi gilt als der wohl letzte Kastrat, als Junge kastriert, damit seine hohe Stimme nicht durch den Stimmbruch verloren ginge.

Wie beweglich Geschlecht in der Rezeption einer einzelnen Figur sein kann, zeigte eine andere Station: Jeanne d'Arc (um 1412–1431) führte in Männerkleidung französische Truppen, in ihrem Prozess gehörte die Kleidung zu den Anklagepunkten. Verschiedene künstlerische Darstellungen gaben ihr über mehrere Jahrhunderte hinweg immer andere Gesichtszüge und immer andere Kleidung, mal eher männlich, mal eher weiblich.

Wer wollte, konnte am Geschlechter-Rad drehen, das vorschlug, an welcher der zehn Stationen es losgehen sollte. Bild: Weißenfeld

An einer weiteren Station waren zwei Reisende zu entdecken, die nicht nur geografische, sondern auch Geschlechtergrenzen überschritten: Isabelle Eberhardt (1877–1904) zog als Mann gekleidet durch Nordafrika und nahm dort den Namen Si Mahmoud Saadi an. Jane Dieulafoy (1851–1916) trug bei ihren Ausgrabungen im heutigen Iran und ebenso zu Hause in Paris Männerkleidung, wofür Frauen in Frankreich damals eine amtliche Erlaubnis brauchten, eine „permission de travestissement“.

Ein Büchertisch mit verschiedenen Comics und Ratgebern lud zum Schmökern ein und zeigte, wie außerhalb der Wissenschaft über Bewegungen zwischen den Geschlechtern geschrieben wird und welches Wissen darüber im Alltag zirkuliert. Kinder konnten am Maltisch Papageienfische ausmalen, die im Lauf ihres Lebens das Geschlecht wechseln, es gab etwas über die Symbolik des Regenbogens in den Bauernkriegen und auf heutigen Pride-Flaggen zu lernen, und ein Podcast des Stadtarchivs führte in die queere Geschichte von Koblenz ein. 

An den Stationen kamen über den Abend viele Gespräche zustande: Was passiert, wenn das, was als männlich oder weiblich gilt, in Bewegung gerät? Und wie erleben, erleiden und gestalten Menschen Geschlecht jenseits fester Kategorien, heute wie früher?

Auch Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz, besuchte den Stand des Potentialbereichs. Bild: MWWG Hessdorfer