Alumni-Newsletter, Ausgabe 1/2026

Liebe Ehemalige,

in der ersten Newsletter-Ausgabe des Jahres 2026 haben wir wieder eine spannende Auswahl der Veranstaltungen und Projekte unserer Universität für Sie ausgewählt.

Um Philosophieren als soziale Bewegung geht es in unserem ersten Beitrag, in dem das Institut für Philosophie von ihrer Veranstaltung zur Vernetzung Philosphierender aus dem Koblenzer Raum (mit akademischem und nicht-akademischem Hintergrund) berichtet. Ziel ist es, in einer Zeit der „verschachtelten Krisen“ Räume der Orientierung zu schaffen und einen angemessenen Umgang mit Herausforderungen zu kultivieren.

Im Zentrum der Internationalen Korpuslinguistik-Konferenz ICAME47 stehen aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven computergestützter Sprachforschung, wobei innovative Ansätze an der Schnittstelle von englischer Korpuslinguistik, Künstlicher Intelligenz (KI) und Data Science im Mittelpunkt stehen.

Das Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) organisiert auch in diesem Jahr den Thementag Lesekompetenz, bei dem sich das ZfL gemeinsam mit anderen Einrichtungen der Universität mit der Frage beschäftigt, wie Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation schulischen Lernens differenziert erfasst und gefördert werden kann.

Das Interdisziplinäre Karriere- und Studienzentrum (IKaruS) organisiert erstmals eine Netzwerkveranstaltung für Studierende erster Generation und sucht dafür Alumni, deren Eltern und Großeltern nicht studiert haben und die an einer Talkrunde zum Erfahrungsaustausch teilnehmen möchten. Mit dabei sind außerdem Vertreter*innen der Initiative Arbeiterkind.de.

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen unserer Beiträge.

Viele Grüße
Ihr Team der Zentralen Alumni-Stelle


Philosophieren als soziale Bewegung 

Statt vorgefertigte Antworten für eine uniformierte Gesellschaft zu liefern, setzt das Philosophieren als soziale Bewegung und Kulturtechnik auf den argumentativen Austausch über vielfältige Perspektiven mit gemeinsamen demokratischen Zielen.

Projektleiter Dr. Werner Moskopp und Projektkoordinatorin Konstanze Palm

Das Institut für Philosophie unserer Universität schreibt sich die sog. Third Mission, Transfer und partizipative Forschung auf die Fahnen. Gerade angesichts der ,verschachtelten Krisen‘ unserer Zeit braucht es Räume der Orientierung. Die Vernetzung der Philosophierenden – zunächst in und rund um Koblenz – soll es den Menschen ermöglichen, einen angemessenen Umgang mit diesen Herausforderungen zu kultivieren.

die sog. Third Mission, Transfer und partizipative Forschung auf die Fahnen. Gerade angesichts der ,verschachtelten Krisen‘ unserer Zeit braucht es Räume der Orientierung. Die Vernetzung der Philosophierenden – zunächst in und rund um Koblenz – soll es den Menschen ermöglichen, einen angemessenen Umgang mit diesen Herausforderungen zu kultivieren.

Bei der Veranstaltung „Souveränes Philosophieren“ im Rahmen der Koblenzer Wochen der Demokratie 2025 kamen nicht nur die Mitglieder einschlägiger Gesprächskreise in einen gemeinsamen Austausch. Besonders zeichnete sich die Veranstaltung durch einen intergenerationellen Dialog aus, bei dem Lernende und Lehrende, Akademiker:innen und Nicht-Akademiker:innen sowie Fachkundige und Interessierte offen ins Gespräch kamen. In den Debatten zeigte sich, dass zwar häufig schnell unterschiedliche Antworten auf gesellschaftliche Probleme gegeben werden, dass es jedoch oftmals ergiebiger ist, innezuhalten und gemeinsam zu überlegen, welche Fragen den vermeintlichen Antworten eigentlich zugrunde liegen. Ist es tatsächlich das Ziel der Demokratie, einen Konsens zu finden? Leben wir in einer aufgeklärten Gesellschaft (oder in einer Gesellschaft der Aufklärung)? Und welche Rolle spielen moderne Technologien für unser Selbstbild?

Die Impulse aus dem Workshop wurden schließlich wieder in ein Seminar zur Ethik der partizipativen Forschung überführt und dort im Rahmen eines Forschungsprojekts zu Gesellschaftsutopien weitergeführt. Die Teilnehmenden des Workshops wurden dabei selbst zu Mitforschenden und untersuchten in einer qualitativen Studie, wie persönliche Wertvorstellungen das Verständnis von Demokratie prägen. Im Verlauf von Workshop und Studie bestätigte sich damit die pragmatistische Einsicht, dass Demokratie nicht erst bei Institutionen ansetzt, sondern im Prozess öffentlicher Kommunikation und gemeinsamer (Nach-)Forschung entsteht.

Das Vernetzungsprojekt ist von der Überzeugung getragen, dass die Philosophie ihre orientierende und kritische Kraft vor allem dann entfaltet, wenn sie nicht allein im akademischen Raum verbleibt, sondern auch als soziale Praxis wirksam wird. Aus diesem Grund zielt das Projekt darauf ab, philosophisches Denken wieder stärker in konkrete soziale Kontexte einzubetten und öffentlich zugänglich zu machen. Dieser Text ist daher gleichsam eine Beschreibung des aktuellen Stands unseres Projekts, aber vielmehr noch ist in diesen Zeilen eine Einladung und sogar ein Aufruf enthalten:

Lassen Sie uns gemeinsam das Philosophieren wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus rücken, um die emotional aufgeladenen Debatten mit einem konstruktiven, dialogischen Impuls zu versehen. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.instagram.com/philo_vernetzung/


Internationale Korpuslinguistik-Konferenz ICAME47: Sprachforschung trifft Künstliche Intelligenz

Die 47. Internationale Konferenz des International Computer Archive of Modern and Medieval English (ICAME) findet vom 26. bis zum 30. Mai 2026 an der Universität Koblenz statt. Unter dem Motto „ICAME47: A Confluence of Corpus Research in the Age of AI“ kommen führende Wissenschaftler*innen aus aller Welt zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der computergestützten Sprachforschung zu diskutieren.

Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze an der Schnittstelle von englischer Korpuslinguistik, Künstlicher Intelligenz (KI) und Data Science. Denn die großen Sprachmodelle (Large Language Models), die heute Chatbots, Übersetzungsdienste oder Spracherkennungssysteme antreiben, wurden ursprünglich auf riesigen Textsammlungen – sogenannten Korpora – trainiert. Diese Korpora, wie sie seit Jahrzehnten in der Korpuslinguistik entwickelt werden, bilden somit eine zentrale Grundlage moderner KI-Anwendungen.

Es gab Einreichungen von internationalen Wissenschaftler*innen aus über 25 Ländern und von fast allen Kontinenten. Die Teilnehmenden erwartet ein vielseitiges Programm mit vier Plenarvorträgen renommierter internationaler Forscher*innen, fünf internationalen Pre-Conference Workshops sowie über 140 wissenschaftlichen Forschungsbeiträgen und Fachdiskussionen zu synchronen und diachronen Perspektiven der englischen Korpuslinguistik und deren Verbindung zu KI-Technologien. 

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Konferenz. Ein vorläufiger Überblick über das wissenschaftliche Programm ist bereits hier zu finden:
https://wp.uni-koblenz.de/icame47/programme/

Die Anmeldung zur Konferenz sollte planmäßig am 15. Februar 2026 beginnen. 

Bestätigte Plenarsprecher*innen sind Jane Stuart-Smith von der Universität Glasgow, Schottland, Laurence Anthony von der Waseda-Universität, Tokio, Japan, Natalia Levshina von der Radboud-Universität, Nijmegen, Niederlande, und Jonathan Culpeper von der Universität Lancaster, England.


Thementag Lesekompetenz – Wiederaufnahme eines etablierten Formats

Mit einem „Thementag Lesekompetenz“ greift das Zentrum für Lehrkräftebildung (ZfL) der Universität Koblenz eine Reihe wieder auf, die seit vielen Jahren den Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und schulischer Praxis unterstützt.

Mit dem Format der Thementage widmet sich das ZfL gemeinsam mit weiteren universitären Einrichtungen ausgewählten Herausforderungen schulischer Bildungsarbeit. Die aus dem Netzwerk Campus-Schulen heraus entwickelten Veranstaltungen richten sich an Lehrkräfte aller Schulformen, Fachleitungen, Studierende sowie weitere Interessierte und dienen als Plattform für den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Lesekompetenz ist eine Schlüsselqualifikation schulischen Lernens und entscheidend für Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Der „Thementag Lesekompetenz“ am 24. Februar 2026 geht vor diesem Hintergrund der Frage nach, wie Lesekompetenz differenziert erfasst und gezielt gefördert werden kann. Die Veranstaltung folgt dabei einem aufeinander aufbauenden Dreiklang aus Forschungsstand, Lesediagnostik und Leseförderung.

Ein Auftaktvortrag gibt zunächst einen Überblick über zentrale Befunde der Forschung und deren Bedeutung für den Unterricht. Thematische Impulse zeigen anschließend auf, wie kriteriengeleitete Beobachtungen, standardisierte Diagnostik und differenzierte Fähigkeitsprofile zur Einschätzung des Leseverständnisses beitragen. Zugleich werden prozess- und kulturbezogene Ansätze der Leseförderung vorgestellt, die Lesegenauigkeit, Leseflüssigkeit, Textverstehen und Lesemotivation stärken.

Die Impulsbeiträge bereiten jeweils praxisorientierte Workshopphasen vor. Die erste Workshopphase nimmt verschiedene Facetten der Lesediagnostik in den Blick. Im Zentrum stehen evidenzbasierte Verfahren, die eine differenzierte Einschätzung individueller Lesefähigkeiten ermöglichen. Die zweite Workshopphase befasst sich mit Ansätzen diagnosebasierter Leseförderung. Thematisiert werden sowohl prozessbezogene Förderzugänge als auch kulturbezogene Perspektiven, die Lesedidaktik und literarisches Lernen verbinden. Die insgesamt sieben praxisorientierten Workshops adressieren unterschiedliche Altersgruppen ab dem Grundschulalter.

Eine abschließende Zusammenschau greift die Ergebnisse der Workshops auf und bietet einen Ausblick auf mögliche Formen der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen des Netzwerks Campus-Schulen. Das 2014 gegründete Netzwerk bildet den institutionellen Rahmen für phasenübergreifende Kooperationen zwischen der Universität Koblenz und den Schulen der Region.

Ausrichter des Thementages ist das Zentrum für Lehrkräftebildung in Kooperation mit den Instituten für Grundschulpädagogik, Germanistik, Schulpädagogik und Förderpädagogik. Die Teilnahme ist kostenfrei und als Lehrkräftefortbildung anerkannt. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht, erwartet werden rund 130 Teilnehmer*innen aus allen Phasen der Lehrkräftebildung.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.uni-ko.de/zfl-thementag


Netzwerkveranstaltung für Studierende erster Generation - Alumni gesucht

Studierende erster Generation – also jene, deren Eltern und Großeltern selbst nicht studiert haben – haben gerade beim Studieneinstieg oft ein anderes Uni-Erlebnis als Studierende, die durch ihre Eltern und/oder andere Familienmitglieder bereits Einblicke in den Studierendenalltag gewinnen konnten. Wer schon weiß, welche Hürden und schwierigen Phasen zum Studium dazugehören oder wie man bereits während des Studiums die Weichen für die spätere Berufstätigkeit stellen kann, findet sich meist leichter zurecht. Oft fühlen sich Erstakademiker*innen allein mit dem Gefühl, erst einmal den Uni-Alltag sortieren und den Durchblick finden zu müssen. In der Netzwerkveranstaltung für Studierende und Studieninteressierte erster Generation wird Gelegenheit geschaffen für Kontakte und Fragen, die vielleicht sonst keinen Raum haben.

Mit dabei ist Antonia Diaco von der Initiative Arbeiterkind.de, die im Rahmen der Veranstaltung einen Privilegiencheck anbietet, um Aspekte mit Einfluss auf die individuelle Bildungsgeschichte zu reflektieren. Außerdem stellt sich die Koblenzer Gruppe Ehrenamtlicher vor und freut sich über Interessierte zur weiteren Vernetzung.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 28.04.2026 von 16:30 bis 18:00 Uhr statt.

Alumni gesucht!

Gesucht werden Studierende erster Generation1  mit oder ohne Studienabschluss, die bereit sind, im Rahmen einer Gesprächsrunde Fragen der Teilnehmenden zu beantworten und von den eigenen Erfahrungen in ihrem Studium zu berichten.
Wer Interesse hat, kann sich bis zum 6. März bei ikarus-beratung@uni-koblenz.de melden.

(1wobei studierende/studierte Geschwister, Cousins etc., also Personen, die innerhalb der Familie der gleichen Generation angehören, nicht zählen)