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Institut für Grundschulpädagogik
Grundschulpädagogik, -didaktik & Kindheitsforschung
Leitung: Prof.in Dr.in Heike de Boer
Die W 3 Professur für Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Grundschulpädagogik, -didaktik und Kindheitsforschung (Prof.in Dr.in Heike de Boer) fokussiert das professionelle Handeln zukünftiger Grundschullehrkräfte im Kontext von Differenz und Heterogenität sowie sozialer Ungleichheit unter Berücksichtigung des Übergangs von der Elementar- zur Primarstufe. Die Grundschulpädagogik bearbeitet als interdisziplinäres Fachgebiet die berufsfeldbezogene Planung, Gestaltung und Analyse von Erziehungs-, Lehr- und Lernprozessen. Bildungs-, schul- und unterrichtstheoretische sowie -didaktische Befunde werden analysiert und in Fragen der Unterrichts- und Schulentwicklung zusammengeführt. Mit der Perspektive der Kindheitsforschung werden Interaktionsprozesse untersucht und für die berufsfeldbezogene Professionalisierung von Lehrkräften im Klassen- und Fachunterricht fruchtbar gemacht.
Darüber hinaus werden in Forschung und Lehre grundschulpädagogische Fragen mit Reflexionen von Migration und Mehrsprachigkeit, Inklusion, Demokratiebildung und Partizipation verknüpft. In der Forschung erfolgt die Analyse sozialer Konstruktionen von Differenz und Partizipation in unterrichtlichen Interaktionen sowie die Untersuchung von Lehr-Lernprozessen im Studium. Die Ergebnisse werden für die Professionalisierung zukünftiger Lehrkräfte konzeptualisiert. Die neu entwickelten Konzepte werden im regionalen Wissenstransfer in die Bildungsregion multipliziert. Besonders mit dem Service Learning Projekt "GEMSE - Gemeinsam sozial engagiert" erfolgt im Rahmen des BA 104-Projektpraxismoduls, die intensive Zusammenarbeit mit über 40 Bildungsinstitutionen in der Region.
Das forschungsorientierte Lernen ist in diesem Prozess ein wichtiger Bestandteil und wird im Bachelor und im Master verankert. Auch das selbstreflexive Lehren und Lernen wird modulübergreifend im Studiengang verankert. Die Professur trägt mit ihren Themen zur Entwicklung einer auf Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation ausgerichteten Grundschulpädagogik in Forschung und Lehre bei. Sie knüpft an die bildungswissenschaftlich verankerten Themen „Differenz und Heterogenität“, „System und Organisation“, „Kultur und Wissen“ an.
Modulverantwortung im Studium
Modul 1: Grundschulpädagogik (Bachelor, Vorlesung plus drei Teilmodule)
Genauere Angaben zu einzelnen Inhalten, Leistungspunkten etc. entnehmen Sie bitte den Modulhandbüchern.
Teilmodul BA 1.4: "Praxis in der Grundschule - GEMSE (Gemeinsam sozial engagiert)"
Bitte informieren Sie sich auf der Seite Praxis in der Grundschule über das Verfahren zur Anmeldung im BA Modul 1.4 zu den Terminen etc.
Personal
Studentische Hilfskräfte
In unserem Arbeitsbereich arbeiten mehrere Studierende mit als:
Peer-Tutor*innen für kollegiale Fallberatung in Modul 1.4 (Projekt PEPP/GEMSE)
Unterstützung Prof.in Dr.in Heike de Boer
Unterstützung Dr.in Ulrike Eschrich
Unterstützung Dr.in Sandra Last
Unterstützung Dr.in Christina Winter
Sind Sie auch interessiert daran, mit uns zusammen zu arbeiten und dabei Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, die für Sie nicht nur jetzt, sondern auch später von Bedeutung sein werden? Sprechen Sie uns, das Personal, und die studentischen Hilfskräfte gerne an.
Publikationen

de Boer, H./Merklinger, D. (Hrsg.) (2025): Dialog als interaktive Praxis. Kollektive Fachgespräche in der Grundschule. Wiesbaden: Springer VS Verlag
Im Mittelpunkt dieses Buches steht die zentrale Frage, wie Schüler*innen im Unterricht zu dialogischem Gesprächshandeln untereinander angeregt werden können. Mit der Begrifflichkeit des ‚kollektiven Fachgesprächs‘ wird die Bedeutung der gegenseitigen Bezugnahme der Schüler*innen aufeinander betont und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Fachkontexte reflektiert. Analysiert wird, wie das sprachliche Handeln der Lehrkräfte und die Äußerungsqualität der Schüler*innenbeiträge zusammenhängen und wie Lehrkräfte dazu beitragen können, die dialogische Qualität von Fachgesprächen zu steigern. Dieser Band bündelt zum einen empirische Befunde, die zeigen wie dialogisch-kollektives Gesprächshandeln unterstützt und gefördert werden kann. Zum anderen werden Fallbeispiele aus dem Deutsch-, Mathematik- und Sachunterricht sowie aus überfachlichen Unterrichtssituationen interaktionsanalytisch rekonstruiert. Gefragt und untersucht wird, wie dialogisch-kollektives Gesprächshandeln im Fachunterricht interaktiv hervorgebracht werden kann.

de Boer & Merklinger: Beobachten im fachdidaktischen Kontext (2022):
Das Buch geht der Perspektive von Schülerinnen und Schülern auf Aufgabenbearbeitungsprozesse und der Frage, wie sie sich im Deutsch- und Sachunterricht Aufgaben aneignen, nach. Gezeigt wird, wie sich der Prozess der Bearbeitung vollzieht und wie mitunter erstaunliche Lösungen entstehen. Auf der Basis von videogestützten Beobachtungsprotokollen und Transkripten, die aufgabenbezogene Interaktionen und Ko-Konstruktionen dokumentierten, lassen sich individuelle Zugänge und Lernausgangslagen von Kindern zum Lerngegenstand rekonstruieren und für die Entwicklung weiterer Anschlussaufgaben nutzen.

Bennewitz / de Boer / Thiersch: Handbuch der Forschung zu Schülerinnen und Schülern (2022): Schüler*innen sind die zentralen Akteur*innen und Adressat*innen von Schule. Dieses Handbuch legt erstmalig einen Überblick zur Schüler*innenforschung vor. Im Zentrum stehen dabei die folgenden Fragestellungen: Wie perspektivieren und konstruieren Schüler*innen Schule und (Fach-)Unterricht? Wie eignen sie sich den schulischen Raum interaktiv an, welche Praktiken sind dabei zu beobachten und wie bewältigen sie schulische Anforderungsstrukturen? Wie werden Schüler*innen zu diesen gemacht und als diese adressiert?

de Boer & Merklinger: Grundschule im Kontext von Flucht und Migration (2021): Kindern mit Zuwanderungs- geschichte soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, gehört zu den zentralen Aufgaben der Grundschule. Voraussetzung dafür ist, dass ihre unterschiedlichen Sprachen, Lebens- und Bildungserfahrungen in den Unterricht eingebunden werden. Vor diesem Hintergrund stehen folgende Fragen im Mittelpunkt des Buches: Vor diesem Hintergrund stehen folgende Fragen im Mittelpunkt des Buches: Welches Wissen brauchen Lehrkräfte, um das schulische Handeln von Kindern und Eltern mit Zuwanderungsgeschichte zu verstehen? Wie lässt sich die sprachliche und kulturelle Vielfalt so nutzen, dass alle an Schule Beteiligten mit- und voneinander lernen können?
Forschungsprojekte
GEMSE
GEMEINSAM SOZIAL ENGAGIERT - Angesichts der einerseits gewachsenen Einsamkeit und dem gestiegenen Rechtsruck andererseits bedarf es zukünftiger Lehrkräfte, die in der Lage sind, soziale Beziehungen zu stiften, soziale Kohäsion zu unterstützen sowie Bildungserfolg und soziale Eingebundenheit zusammenzudenken. GEMSE verfolgt u.a. die Ziele, im Team zusammenzuarbeiten und kollegiale Fallarbeit durchzuführen sowie gemeinsame Lösungen für herausfordernde Situationen zu entwickeln.
PEPP
PEPP möchte dazu beitragen, das Engagement zukünftiger Grundschullehrkräfte für konkrete Herausforderungen anzuregen und die Entwicklung konstruktiver Lösungen im PEER–to-PEER-Prozess zu entwickeln. Im Kern von PEPP steht die Zusammenarbeit von Studierenden in kollegialen Kleingruppen, die von geschulten wissenschaftlichen Hilfskräften koordiniert und unterstützt werden. Im Zentrum des gemeinsamen Austauschs stehen konkrete Herausforderungen, die in verschiedenen Projekten, z.B. im Kontext von STAHRK (Studierende unterstützen Ahr-Kinder) im neu eingerichteten Projektmodul (BA 104) an Schulen, in pädagogischen Institutionen und Initiativen entstanden sind. Im Kontext von PEPP wird ein auf Partizipation und Unterstützung angelegtes Peer-to-Peer-Learning-Netzwerk in der Studierendenschaft aufgebaut.
STAHRK
Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 in RLP und NRW hat dazu geführt, dass in einigen Regionen die Infrastruktur vor Ort zerstört wurde. Zahlreiche Schulen wurden völlig oder zum Teil beschädigt, darunter auch mehrere Grundschulen. Diese Situation war für die Kinder vor Ort sehr belastend. In dieser großen Notsituation haben wir mit STAHRK – Studierende unterstützen Ahr-Kinder ein Projekt geschaffen, mit dem Schulkinder und Grundschulen vor Ort unterstützt wurden und auch heute noch werden. Studierende der Grundschul-bildung bieten im Nachmittagsbereich einiger Grundschulen Angebote für Schulkinder an. Durch reflexive und semesterbegleitende Begleit-veranstaltungen werden Professionalisierungsprozesse bei den Studierenden initiiert und zugleich werden Schüler*innen und Schulen unterstützt.
ProMELLA
Mit der Begleitstudie „ProMELLA – Professionalisierung durch Mehrsprachigkeitserfahrungen im Projekt MELLA“ wird untersucht, wie Studierende die pädagogischen Anforderungen unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit im Schulalltag bearbeiten und inwiefern die Teilnahme am MELLA-Projekt zu ihrer Professionalisierung beiträgt. Dabei wird danach gefragt, inwiefern die Studierenden pädagogisch-didaktische Kompetenzen im Umgang mit Mehrsprachigkeit entwickeln, Mehrsprachigkeit als Ressource wahrnehmen und den monolingualen Habitus der Grundschule kritisch reflektieren.
MELLAKids
Mit der Begleitstudie "MELLAKids - Mehrsprachigkeitserfahrungen von Kindern im Projekt MELLA" wird untersucht, wie die am Projekt teilnehmenden Kinder ihr gesamtsprachliches Repertoire funktional und spielerisch nutzen. Das Projekt MELLA zielt u.a. darauf ab, dass Kinder ein Bewusstsein für ihre mehrsprachigen Fähigkeiten entwickeln und Bedeutsamkeiten des Einsatzes von Mehrsprachigkeit erfahren. Durch spielerische, literarisch-ästhetisch ansprechende und musische Lerngelegenheiten möchte das Projekt einen Beitrag zur mehrsprachigen Bildung leisten. Im Sinne eines explorativen und deskriptiven Forschungszugangs untersucht MELLAKids, wie die teilnehmenden Schüler*innen das Projekt Mella wahrnehmen, wie sie ihre Teilhabe erleben und welche Wünsche sie für dessen Weiterentwicklung äußern.
Lehr-Praxis-Projekt
MELLA
MELLA – Mehrsprachigkeit entwickeln, lesen, lachen, ausprobieren richtet sich an Studierende, die gemeinsam mit Kindern mehrsprachige Projekte, Ansätze und Ideen umsetzen. Dabei werden gemeinsam Sprachenportraits oder sprachliche Landschaften angefertigt, mehrsprachige Bilderbücher gelesen oder eigene mehrsprachige Geschichten und Gedichte erstellt. Dies ermöglicht eine Verzahnung von Theorie und Praxis im Kontext sprachlicher und literarischer Bildung unter Berücksichtigung des gesamtsprachlichen Repertoires der beteiligten Kinder und Studierenden.
Transferprojekte
FLinK
Mit FLinK verzahnen wir Theorie und Praxis im Kontext von Forschen und Lernen in einem vielperspektivischen Sachunterricht und vernetzen uns mit der Stadt und der Region Koblenz. Durch die Idee „bürgernahe Universität“ leistet die Kooperation u.a. mit der Veranstaltungsreihe #LCKforschen einen Beitrag zum Wissenstransfer (Uni-Gesellschaft) und trägt zu einer Öffnung der Universität („Open-University“) bei. An ungewöhnlichen Orten zeigen wir, wie naturwissenschaftliche, technische und historische Bildungsangebote im Kita- und Grundschulalter aussehen können. Familien, Lehrer*innen, Pädagog*innen, Erzieher*innen richten so ihren Blick auf die Universität mit ihren Angeboten.
GeKOS
Vor dem Hintergrund der Flüchtlingssituation im Jahr 2015 wurde am Institut für Grundschulpädagogik mit GeKOS (Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden) unter der Leitung von Prof. Dr. Heike de Boer ein Projekt ins Leben gerufen, das aktive Unterstützung für Kinder mit Fluchtgeschichte leisten und zugleich zur Professionalisierung angehender Lehrer*innen und Pädagog*innen im Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrungen beitragen möchte. Nach dem Ablauf des Projekts im Jahr 2020 übernahm die Finanzierung und Organisation des Projekts die Stadtverwaltung Koblenz aufgrund der besonderen Bedeutung des GeKOS-Projekts für die Stadt.
Kurzlink: www.uni-ko.de/ab-gp




